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Komplementär/Alternativmedizin
Unter dem Begriff Komplementärmedizin wird ein breites Spektrum von Disziplinen und Behandlungsmethoden zusammengefasst, die definitionsgemäß ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt werden.
Das Bundesministerium für Gesundheit ist für eine Ablösung des Begriffs Alternativmedizin durch Komplementärmedizin, um zu signalisieren, dass die Methoden nicht als Alternativen zur etablierten Medizin angesehen werden sollten, sondern als Ergänzungen.
Um abschätzen zu können welche komplementären Methoden in Österreich angewendet werden, wurde eine Studie zur Erhebung traditioneller und komplementärer Heilmethoden in Auftrag gegeben. In einem zweiten Schritt erfolgte die Bewertung der erhobenen Methoden von Mag. Dr. Michaela Noseck aus Sicht der Medizinanthropologie: Die Verknüpfung der Methoden mit Theorien der Medizinanthropologie lieferte Erklärungsmodelle für z.B. kulturspezifische Wirkfaktoren.
Neben traditionellen europäischen Methoden wie Pflanzenheilkunde oder Homöopathie sind in den letzten Jahren vor allem die asiatischen Heiltraditionen, wie z.B. die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit ihrer bekanntesten Therapieform, der Akupunktur bei uns immer beliebter geworden.
Viele komplementärmedizinische Verfahren gehen von einem holistischen Konzept - einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen - aus. Kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Körper, Geist und Umwelt manifestiert sich dies in Krankheit. Die Behandlung von erkrankten Menschen hat die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers zum Ziel.
Ein weiterer, zentraler Aspekt komplementärmedizinischen Denkens ist die Gesunderhaltung. Vorsorge- und Gesundheitsanwendungen beruhend auf gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Ausgleich zwischen Belastung und Entspannung spielen in der Prävention eine bedeutende Rolle.
Evaluierung
Für manche dieser Methoden gibt es aus konventionell, naturwissenschaftlicher Sicht keinen plausiblen Wirkmechanismus, dennoch gilt das Fehlen von Plausibilität nicht als Beweis für die Unwirksamkeit. Aber auch komplementäre Therapien müssen evaluiert werden, um eine optimale und sichere Anwendung zu gewährleisten.
Zur Sicherung der Qualität der Behandlung und auch der Ausbildung für "Fernöstliche Heilmethoden" wurde deshalb der Beirat für Traditionelle Asiatische Medizin (TAM - Beirat) etabliert. Darüberhinaus befassen sich Expertinnen und Experten im Arbeitskreis "Qualitätssicherung und Eingliederung komplementärere Methoden in das Gesundheitssystem" mit der Möglichkeit der Berücksichtigung und Integration ausgewählter komplementärer Methoden in das Gesundheitssystem.(25.07.2011)


