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Zika-Virus

Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert. 2013 und 2014 wurde von größeren Ausbrüchen in Französisch-Polynesien im Pazifik berichtet, bevor im Jahr 2015 erste Zika-Virus-Infektionen in Brasilien und in der Folge vor allem in Süd- und Mittelamerika, der Karibik, aber auch Ländern im Südpazifik und den Kapverdischen Inseln registriert wurden.

In Europa traten bisher nur importierte Fälle bei Reise-Rückkehrenden auf.

Zika-Virus-Ausbreitung

Zika Virus Verbreitung, Quelle: ECDC

Übertragung

Das Zika-Virus wird über die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die in den Tropen und Subtropen beheimatet ist, übertragen. Es wird vermutet, dass auch die schon in Europa gefundene Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ein potenzieller Überträger ist.

Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus ist auch durch sexuellen Kontakt möglich. Zika-Virus–RNA wurde inzwischen in Blut, Urin, Speichel, Samenflüssigkeit und Muttermilch nachgewiesen. Es gibt allerdings bisher keine dokumentierten Übertragungen von Zika-Virus über Speichel, Urin und Muttermilch.

Symptome

Die Infektionskrankheit geht mit Fieber begleitet von Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Entzündung der Augenbindehaut und Erbrechen einher. Die Akutsymptome treten drei bis zwölf Tage nach einem infektiösen Mückenstich auf und halten bis zu einer Woche an. Die Mehrheit der infizierten Menschen (bis zu 80%) zeigen jedoch keine Symptome.

Zika-Virus und Mikrozephalie bzw. Guillain–Barré-Syndrom

Die brasilianischen Behörden berichteten 2015 über einen starken Anstieg von Schädelmissbildungen bei Neugeborenen. Ein diesbezüglicher Zusammenhang mit einer durchgemachten Zika-Virus-Infektion während der Schwangerschaft wurde inzwischen in mehreren Studien festgestellt. Auch das neurologische Krankheitsbild des Guillain–Barré-Syndroms (GBS) dürfte in Zusammenhang mit Zika-Virus-Infektionen stehen.

Diagnose

Das Zika-Virus kann bis zu drei Tagen nach Symptombeginn mittels RT-PCR im Blut nachgewiesen werden. Danach ist der Nachweis im Blut nur mittels Antikörpernachweis möglich. Möglicherweise ist das Virus auch im Urin bis zu zwei Wochen nach Symptombeginn nachweisbar. Auf Grund der Ähnlichkeit der klinischen Symptomatik mit Dengue- und Chikungunya-Fieber und der größtenteils gemeinsamen Verbreitungsgebiete, sollte parallel auch stets auf diese beiden Virusinfektionen getestet werden. In Österreich ist die Diagnostik an der Referenzzentrale für Arbo-Viren an der Virologie der Medizinischen Universität Wien möglich.

Therapie

Es gibt derzeit weder eine Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Die Prävention beruht deshalb auf der Vermeidung von Mückenstichen.

Empfehlungen für Reisende in betroffene Gebiete

  • Informieren Sie sich vor Reiseantritt in Ländern, in denen das Zika-Virus lokal übertragen wird, über den aktuellen Stand der Infektionen mit dem Virus. Eine Liste der in den vergangenen neun Monaten betroffenen Gebiete ist auf der Website des Europäischen Zentrums für Seuchenprävention (ECDC) abrufbar: Countries with local Zika transmission.
  • Schützen Sie sich mit folgenden Maßnahmen in geschlossenen Räumen und im Freien vor Stechmücken den gesamten Tag lang, vor allem aber während der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind:
    • Verwenden Sie Insektenschutzmittel entsprechend den Anweisungen auf dem Etikett.
    • Tragen Sie langärmlige Hemden und lange Hosen, vor allem zu der Tageszeit, in der Stechmücken am aktivsten sind.
    • Schlafen oder ruhen Sie in abgeschirmten oder klimatisierten Räumen bzw. unter einem Moskitonetz, auch tagsüber.
  • Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten Sie Reisen in die aktuell betroffenen Länder und Gebiete momentan vermeiden oder aufschieben. Auf jeden Fall sollten Sie die Situation vor Reiseantritt mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt abklären und im Falle eines Reiseantritts Präventionsmaßnahmen strikt einhalten.
  • Wenn Sie an einer schweren chronischen Krankheit bzw. Immunstörung leiden, lassen Sie sich hierfür von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder von einer reisemedizinischen Einrichtung vor allem hinsichtlich Präventionsmaßnahmen beraten.
  • Das Risiko einer sexuellen Übertragung von einer erkrankten Person kann durch die Verwendung eines Kondoms reduziert werden.

Empfehlungen für Rückkehrende aus den betroffenen Gebieten

  • Schwangere, die in Gebieten unterwegs waren, in denen das Zika-Virus übertragen wird, sollten ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt darauf hinweisen, bei den Schwangerschaftsuntersuchungen auf eine mögliche Infektion zu achten.
  • Zum Schutz des Foetus sollten männliche Reiserückkehrer beim Geschlechtsverkehr mit Schwangeren bis zum Ende der Schwangerschaft Kondome verwenden.
  • Reisende, die innerhalb von zwei Wochen nach der Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet Symptome entwickeln, die auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hindeuten, sollten eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen.
  • Die Verwendung eines Kondoms minimiert das Risiko einer möglichen sexuellen Übertragung durch Samenflüssigkeit.

Risikoeinschätzung für Österreich

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Reisende während eines Aufenthalts in betroffenen Ländern infizieren ist gegeben. Das Risiko einer Übertragung der Zika-Virus-Infektion in Europa wird derzeit als niedrig eingeschätzt.

Rapid Risk Assessment

Stechmückenüberwachung in Österreich

Eine Stechmückenüberwachung wird im Auftrag des Gesundheitsministeriums seit 2011 von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) österreichweit durchgeführt. Dabei werden Stechmücken auf Viren wie z.B. West-Nil-Virus, Dengue, Chikungunya und auch Zika überwacht. Das Zika-Virus wurde bisher noch nie nachgewiesen, einzelne Nachweise der potenziellen Überträgermücke (Aedes albopictus) gab es im Jahr 2012.

Gelsen-Monitoring der AGES

Weitere Informationen sind unter folgenden Links abrufbar:

(25.5.2016)

Zusatzinformationen: