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Häufig gestellte Fragen zu Flüchtlingsbewegung und Gesundheit

Was sind die verbreitetsten Gesundheitsprobleme von Flüchtlingen bei ihrer Ankunft in Europa?

Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen neu angekommener Flüchtlinge in Österreich gehören Fußverletzungen, Unterkühlung, Unterzuckerung und Dehydrierung. Kinder sind aufgrund der unzureichenden Lebensbedingungen und der Entbehrungen während der Migration besonders anfällig für akute Infekte wie Atemwegs- und Durchfallerkrankungen.  Ein Mangel an Hygiene kann auch zu Hautinfektionen führen.

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Werden Flüchtlinge in Österreich medizinisch versorgt?

Flüchtlinge, die nach Österreich kommen, erhalten erforderlichenfalls eine medizinische Erstversorgung. Weisen Flüchtlinge Symptome wie etwa auffälligen Husten, Fieber und geschwächten Allgemeinzustand auf, so werden sie einer gezielten Diagnostik und allenfalls einer Behandlung zugeführt.

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Tragen MigrantInnen zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten bei?

Entgegen der weit verbreiteten Auffassung gibt es keinen systematischen Zusammenhang zwischen Migration und der Einschleppung von Infektionskrankheiten. Anhand der nationalen Meldungen der Infektionskrankheiten im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) lässt sich bisher kein Anstieg an Infektionserkrankungen erkennen. Ebenso wurde kein Anstieg bei den internationalen Infektionsmeldungen bzw. kein erhöhtes Risiko bei den internationalen Frühwarnsystemen verzeichnet.

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Besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Das Infektionsrisiko ist nicht größer als jenes im Bereich von sonstigen großen Menschenansammlungen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Um Infektionen mit Schmierkeimen (z.B. Durchfallerkrankungen) vorzubeugen, wird die regelmäßige gründliche Händehygiene in Form von Waschen mit warmem Wasser und Seife empfohlen. Wobei Händehygiene im Alltag prinzipiell immer notwendig ist.

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Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung mit Tuberkulose?

Für Tuberkulose besteht grundsätzlich nur eine geringe Ansteckungsgefahr. Gemäß internationalen Richtlinien ist sie dann gegeben, wenn man sich über acht Stunden kontinuierlich in einem geschlossenen Raum mit Erkrankten aufhält, die an einer sogenannten offenen Tuberkulose leiden. Vorsorglich wird trotzdem von den Gesundheitsbehörden in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz bei Tuberkuloseverdacht eine sofortige und gezielte Untersuchung veranlasst.

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Wie hoch ist das Risiko einer Ansteckung mit anderen Infektionskrankheiten?

Die Gefahr der Einschleppung exotischer und seltener Erreger in die Europäische Region (z. B. Ebola-, Marburg- oder Lassa-Virus oder Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus) ist äußerst gering. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine solche Einschleppung nicht durch Flüchtlinge oder MigrantInnen, sondern allenfalls durch regulär Reisende, Touristen oder Gesundheitspersonal erfolgt.

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Werden Flüchtlinge in Österreich geimpft?

AsylwerberInnen werden alle notwendige Impfungen im Rahmen der medizinischen Versorgung angeboten. Wie für die österreichische Bevölkerung, gibt es auch für MigrantInnen keine Impfpflicht. Die Erfahrung zeigt, dass bei umfassender Information und Aufklärung die empfohlenen Impfungen auch gut angenommen werden. Kinder von MigrantInnen, die bereits ein halbes Jahr oder länger in Österreich sind, haben kein höheres Risiko an einer ansteckenden Krankheit zu erkranken als alle anderen in Österreich lebenden Kinder. (5.10.2015)

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