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EU-Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung

Allgemeine Information

Die EU-Verbraucherinformationsverordnung Nr. 1169/2011 zur Lebensmittel-Kennzeichnung brachte EU-weit Neuerungen u.a. für Mindestschriftgröße, Herkunftskennzeichnung, Kalorien- und Nährwertangaben, Imitate und Allergene. 

Die allgemeinen Kennzeichnungsbestimmungen müssen spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten (12. Dezember 2011), also seit 13. Dezember 2014 angewendet werden, die Bestimmungen über die Nährwertkennzeichnung fünf Jahre nach Inkrafttreten, also am 13. Dezember 2016.

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Allergenkennzeichnung

Die wichtigsten Allergene (14 Stoffe bzw. Stoffgruppen) müssen

  • in der Zutatenliste hervorgehoben werden.
    z. B. durch Schriftart oder Hintergrundfarbe
  • Kennzeichnung auch bei unverpackten Lebensmitteln sogenannter "loser Ware":
    z. B. in Bäckereien, Restaurants oder bei Imbissen

In welcher Form das zu geschehen hat, regeln die Mitgliedstaaten in nationalen Vorschriften.
Österreich hat dazu die Allergeninformationsverordnung, BGBl. II Nr. 175/2014, erlassen. In diesem Zusammenhang wurden von der Codexkommission Leitlinien bzw. eine Empfehlung zur Allergeninformation ausgearbeitet. Diese und weitere Informationen sind auf der Kommunikationsplattform VerbraucherInneninformation unter "Allergene" abrufbar.

Bislang:
Eine verpflichtende Allergenkennzeichnung bei verpackten Lebensmitteln.

Vorteil der neuen Regelung:
Die Ausdehnung auf lose Waren und die Hervorhebung in der Zutatenliste bei verpackten Waren ist eine wertvolle Unterstützung für Menschen, die an Nahrungsmittelallergien oder -Intoleranzen leiden und bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe aus gesundheitlichen Gründen meiden müssen.

Österreichische Forderung:
Für Österreich war die Allergenkennzeichnung loser Ware ein wichtiges Anliegen. Diese Forderung konnte durchgesetzt werden.

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Angabe des Einfrierdatums

Bei gefrorenem Fleisch, Fleischerzeugnissen und unverarbeiteten Fischprodukten muss das Einfrierdatum angegeben werden.

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"Lebensmittelimitate" und "Klebefleisch"

Der ersatzweise verwendete Stoff ist in unmittelbarer Nähe des Produktnamens in prominenter Größe anzugeben:

  • es muss der Hinweis erfolgen, dass z. B. anstelle von Käse eine Pflanzenfettmischung verwendet wurde
  • Wurde "Klebefleisch" verwendet, so ist durch den Zusatz "aus Fleischstücken zusammengefügt" darauf hinzuweisen
  • Gleiches gilt auch bei Fischereierzeugnissen

Östereichische Forderung:
Österreich hat sich, gemeinsam mit Deutschland und Luxenburg, für eine klare Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten eingesetzt.
Im Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission war dazu nichts vorgesehen.

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Mindestschriftgröße

Die Angaben müssen in einer Schriftgröße von mindestens 1,2 mm, bezogen auf die Größe der Kleinbuchstaben, unter Berücksichtigung von Kontrast und Schrift gemacht werden.

Bislang bestand keine verpflichtende Mindestschriftgröße. Die Angaben müssen nur "deutlich sicht- und lesbar" angebracht werden. Hier konnte ein wichtiges Anliegen Österreichs durchgesetzt werden.

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Verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch

Mit 1. April 2015 muss neben der bereits bestehenden verpflichtenden Kennzeichnung der Herkunft von Rindfleisch auch bei verpacktem frischen Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch die Herkunft auf dem Etikett angegeben werden. Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für unverpacktes oder verarbeitetes Fleisch. Die Gastronomie muss somit die Herkunft des angebotenen Fleisches nicht angeben.

Die Neuerungen sollen dem Informationsbedürfnis der VerbraucherInnen Rechnung tragen und sie in die Lage versetzen, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.

Verpflichtende Angaben auf dem Etikett:

Auf dem Etikett von verpacktem frischen Fleisch muss hinsichtlich der Herkunftskennzeichnung folgendes angegeben sein:

  • Aufgezogen in: + Name des Mitgliedstaats oder Drittlands
  • Geschlachtet in: + Name des Mitgliedstaats oder Drittlands
  • Die Partienummer, anhand der das Fleisch identifiziert werden kann.

Werden die in der Durchführungsverordnung vorgesehenen Zeiten der Aufzucht in keinem der Staaten, in denen das Tier aufgezogen wurde, erreicht, so dürfen entweder alle Staaten angeführt werden, in denen das Tier aufgezogen wurde, oder je nach Fall folgende Bezeichnungen aufscheinen:

  • "Aufgezogen in mehreren Mitgliedstaaten der EU"
  • "Aufgezogen in mehreren Nicht-EU-Ländern"
  • "Aufgezogen in mehreren EU- und Nicht-EU-Ländern"

Was bedeutet die Angabe "Ursprung" auf dem Etikett?

Die Angabe "Ursprung" stellt eine besondere Auszeichnung dar. An der Verankerung dieser Bezeichnung war Österreich wesentlich beteiligt. Diese Angabe darf nur gemacht werden, wenn das Tier in ein- und demselben Land geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. "Ursprung Österreich" bezeichnet also Fleisch, das zu 100 Prozent aus Österreich stammt.

 

Gesetzliche Grundlagen:

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Verpflichtende Kennzeichnung von Kalorien- und Nährwertangaben

Verpflichtende Angabe folgender "Big Seven" in Tabellenform bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter:

  • Brennwert
  • Fett
  • gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydrate
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Salz

Österreichische Forderungen:

  • Durchgesetzte Forderung: Aufnahme von Eiweiß in die Liste
    Ursprüngliche Forderungen: Aufnahme von Eiweiß und  Ballaststoffe in die Liste
  • Durchgesetzte Forderung: Angabe in Tabellenform bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter

Vorteile:

  • Leichtere Nutzung der Nährwertkennzeichnung durch die standardisierte Form der Wiedergabe
  • Einfachere Produktvergleiche durch Bezugsgröße 100 Gramm bzw. 100 Milliliter

Nährwertkennzeichnung

Derzeit besteht eine fakultativ obligatorische Nährwertkennzeichnung. Das heißt grundsätzlich ist eine Nährwertkennzeichnung freiwillig. Es ist dabei den HerstellerInnen überlassen, ob sie Angaben machen nach

  • "kleiner" Nährwertdeklaration: Brennwert, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate oder
  • "großer" Nährwertdeklaration: Brennwert, Eiweiß, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß, Ballaststoffe und Natrium
  • Bei nährwert- oder gesundheitsbezogene Angabe, muss die "große" Nähwertdeklaration erfolgen:

o Anzugeben sind Brennwert und Nährwerte je 100 g (Gramm) oder 100 ml (Milliliter) des entsprechenden Lebensmittels
o eine zusätzliche Angabe je herstellerseitig definierter Portion ist zulässig

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Warnhinweise auf koffeinhaltigen Lebensmitteln

Auf bestimmten koffeinhaltigen Lebensmitteln, z. B. "Energy Drinks" müssen Warnhinweise für Kinder, Schwangere und Stillende angebracht werden.

Bislang:
Verpflichtung für Getränke ab einem bestimmten Koffeingehalt den Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" anzubringen.

Neu:
Warnhinweise für spezielle Verbrauchergruppen wie Kinder, Schwangere und Stillende.

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Nanokennzeichnung

Alle Zutaten, die in Form von technisch hergestellter Nanomaterialien vorhanden sind, müssen in der Zutatenliste eindeutig angeführt werden.

Nach der Zutat muss "Nano" in Klammern angeführt werden.

(15.7.2015)

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Zusatzinformationen: