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Wellensittiche

Abstammung

Der Wellensittich (Melopsittacus undulatus) gehört zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). In ihrer Heimat Australien finden sich auf dem gesamten Festland Wellensittichschwärme, lediglich Waldgebiete werden gemieden. Dem heißen und trockenen Klima begegnen sie mit einer nomadischen Lebensweise im Schwarm, der ihnen größtmöglichen Schutz vor Fressfeinden bietet.

Wellensittiche kamen in den 1840er Jahren als Wildfänge über den Seeweg nach Europa. Hier wurden sie in reichen, meist adeligen Bevölkerungskreisen als Ziervögel gehalten. Auf Grund der großen Nachfrage wurden sie ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in großer Zahl erfolgreich gezüchtet. Es gibt sie in zahlreichen Größen, Farben und mit verschiedenen Gefiedermerkmalen. Die meisten der heute bekannten Farbschläge entstanden in ihrer Grundform zwischen 1880 und 1920.

Die kleinen Vögel mit stark stufigen, schmalen Schwanz sind ca. 18 cm groß. Die Geschlechter sind gleich gefärbt. Männliche Wellensittiche wiegen zwischen 22 und 32 Gramm, weibliche Wellensittiche sind geringfügig schwerer und wiegen zwischen 24 und 40 Gramm. Das Geschlecht lässt sich nicht aufgrund des Gefieders, sondern anhand der Wachshaut (unbefiederte Haut im Nasenbereich) spezifizieren. Bei weiblichen Tieren ist sie beige bis braun, bei männlichen Tieren blau. Bei Brutlust färbt sich die Wachshaut sowohl bei Hennen als auch beim Hahn deutlich kräftiger. 

Wellensittiche erreichen ihre Geschlechtsreife mit 3-6 Monaten. In Gefangenschaft ist die Brutbereitschaft ganzjährig gegeben. Nach 18 Tagen Brutzeit, legen die Weibchen 4-6 Eier. Wellensittiche haben eine Lebenserwartung von 8 bis 15 Jahren.

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Anschaffung

Wenn Sie sich zum Kauf von Wellensittichen entschlossen haben, wenden Sie sich bitte an eine Tierhandlung. Bedenken Sie weiters, dass alle genetischen Anlagen und Verhaltensweisen der Wellensittiche auf ein Leben im Schwarm ausgerichtet sind. Diese Vögel einzeln zu halten widerspricht grundsätzlich einer artgerechten Haltung. Der Mensch oder andere Vögel können einen Artgenossen nicht ersetzten. Ohne Artgenossen verkümmern sie.

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Haltung

Mindeststandards zur Haltung von Wellensittichen nach dem Österreichischen Tierschutzgesetz

Die Tiere sind paarweise oder in Gruppen zu halten. Als Standort für den Käfig oder die Voliere ist ein heller, zugluftfreier, ruhiger Platz zu wählen. Käfige müssen in mindestens 80 cm Höhe aufgestellt und abends abgedeckt werden. Optimal wäre in einer Zimmerecke in Fensternähe. Bei freier Aufstellung im Raum müssen die Rückwand und die Seitenwände für die Geborgenheit der Vögel geschlossen sein. Die Mindestkäfiggröße für ein Pärchen beträgt 80 Zentimeter Länge, 40 Zentimeter Breite und 60 Zentimeter Höhe. Für jedes weitere Tier/Paar benötigt man 50% mehr Grundfläche. Allenfalls gilt jedoch der Grundsatz: Je größer desto besser.

Das Käfiggitter mit Längs- und Querstäben muss den Vögeln die Möglichkeit zum Klettern bieten. Die Sitzstangen aus Naturholz oder Naturästen müssen vom Vogelfuß zu zirka zwei Drittel umfasst werden können. Eckige Sitzstangen sind nicht geeignet. Die Gitterstäbe müssen so eng gesetzt sein, dass die Vögel nicht den Kopf durchstecken können.

Zur Beschäftigung der Tiere sollten immer frische Zweige, Sepiaschalen oder Mineralstein sowie eine Bademöglichkeit zur Verfügung stehen. Baden die Vögel nicht, sollten sie einmal pro Woche mit Wasser besprüht werden.

Die Dunkelphase sollte täglich mindestens sieben Stunden betragen. Einmal pro Woche sollte der Käfig gründlich gereinigt und die Einstreu (Vogelsand) gewechselt werden. Die Haltung von Wellensittichen in Freivolièren mit für die Tiere jederzeit zugänglichem beheizbaren Schutzraum ist möglich.

Als Einstreu dient Vogelsand, der über wichtige Inhaltsstoffe für Verdauung, Knochenbau, Herz- und Muskeltätigkeit verfügt. Die Käfig-/Voliereneinrichtung besteht aus: Futternapf oder Automat, Trinknapf, Kalkstein oder Sepiaschale (zum Schnabelwetzen). Man sollte dem Vogel auch ein Badehäuschen zum Einhängen an die offene Käfigtüre anbieten, da Kanarienvögel regelrechte "Wasserratten" sind. Zudem fördert das Baden ihr Wohlbefinden und hält sie gesund. Am besten sollte man das Badehäuschen morgens anbieten, dann können die Federn bei Tageslicht trocknen.

Sitzstangen aus weichen Naturästen (Birke oder Weide) unterschiedlicher Stärke sollten in verschiedener Höhe so befestigt werden, dass die Vögel von Stange zu Stange hüpfen können. Je eine Stange sollte vor den Futter- und Trinknäpfen sowie dem Badehäuschen angebracht werden.

Das Badehäuschen mit zwei Zentimeter Wassertiefe sollte nicht am Boden aufgestellt werden, da es sonst rasch verschmutzt. Futternapf, Trinknapf (beziehungsweise Futter- und Wasserautomaten) werden so angebracht, dass sie nicht durch Kot verunreinigt werden können. Sie sollen von außen bedienbar sein (Schutz vor Erschrecken). Sepiaschalen dienen der Schnabelpflege und Mineralstoffversorgung und sollten innen an den Käfigstangen befestigt werden.

Täglicher Freiflug in einem vogelsicheren Raum

In Käfigen gehaltene Kanarienvögel brauchen täglich mindestens zwei Stunden Freiflug in einem für sie sicheren Raum. Folgende Sicherheitshinweise sind zu beachten:

  • Fenster und Türen geschlossen halten, auch nicht kippen
  • Betreten und Verlassen des Raumes ohne hektische Bewegungen
  • Vorhänge vor Fensterscheiben ziehen, Spiegel abdecken
  • Kein offenes Feuer (Kamin, Kerzen), keine heißen Herdplatten, Kochtöpfe, Lampen
  • Chemikalien, Medikamente, Alkohol oder giftige Zimmerpflanzen dürfen nicht herumstehen.

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Ernährung

Das Futter muss abwechslungsreich und ausgewogen sein.

Eine gute und ausgewogene Futtermischung besteht aus unterschiedlichen Sämereien wie etwa verschiedenen Hirsearten, Kanariensaat, Samen des Ramtillkrautes, Hanf und Hafer. Als Hauptfuttermittel eigenen sich pro Wellensittich und Tag zwei Teelöffel Körnerfutter. Diese Menge sollte pro Tier täglich frisch gegeben werden. Verwendet man einen Futterspender, fressen sie mehr als sie brauchen und als ihnen gut tut.

Als Grünfutter eignet sich ein abwechslungsreiches Angebot an Obst, Gemüse und Kräutern, denn nur so kann eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sichergestellt werden. Alles muss frisch, ungespritzt und gewaschen sein.

Als Ergänzungsfutter sind gekeimte Körner wie Weizen oder Hafer, Weichfutter aus dem Handel und eine Sepiaschale zu empfehlen. Während der Jungenaufzucht sind auch Keimfutter und tierisches Eiweiß anzubieten.

Frisches Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen.

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Gesundheit

Bei geringsten Anzeichen von Gesundheitsstörungen (aufgeplustertes Gefieder, Augenausfluss, Niesen, Durchfall, vermehrte Unruhe oder Juckreiz, vergrößerter Kropf) ist die Tierärztin bzw. der Tierarzt aufzusuchen.

Um die Gesundheit der Tiere zu wahren, sollten folgende Reinigungsvorgänge täglich stattfinden:

  • Futterreste entfernen
  • Käfigboden, Futter- und Trinknäpfe säubern
  • frisches Futter und Trinkwasser geben
  • Badehäuschen reinigen und mit frischem Wasser füllen

Die angegebenen Pflegehinweise verstehen sich als Richtwerte. Bei stärkerer Verschmutzung ist natürlich häufiger zu reinigen.

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Zusatzinformationen: