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Schildkröten

Hinweis - Meldepflicht

Für Schildkröten besteht Meldepflicht innerhalb von 14 Tagen bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Anzugeben sind:

  • Name, 
  • Anschrift der Halterin oder des Halters, 
  • Art und Höchstzahl der gehaltenen Tiere

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Abstammung

Schildkröten sind Reptilien, man unterscheidet an die 300 Arten dieser Wildtiere. Durch ihre angepasste Lebensweise sind sie auf allen Kontinenten zu finden. Es gibt mediterrane Landschildkrötenarten, Wüstenschildkröten, viele kleinere Wasserschildkrötenarten, Flussschildkröten und Riesenschildkröten.

In fast jeder Kultur gelten Schildkröten, anders als andere Reptilien, als Sympathieträger, gelegentlich sogar als heilige Tiere. Durch Umweltzerstörung und menschliche Einflüsse sind heute viele Arten vom Aussterben bedroht.

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Anschaffung

Wer Interesse an einer Schildkröte hat, wendet sich am besten an seriöse ZüchterInnen. Nach dem Tierschutzgesetz besteht Informationsplicht für gewerbliche Betriebe beim Verkauf dieser Tiere mittels Merkblättern.

Wenn Kinder den Wunsch nach einer Schildkröte äußern, gilt zu überlegen, ob das Interesse wirklich so groß ist, die Verantwortung über ein Tier zu übernehmen, das je nach Art über Jahrzehnte gehegt und gepflegt werden will. Bedenken Sie außerdem, ein Kind kann niemals die alleinige und volle Verantwortung für ein Tier übernehmen. Kaufen Sie niemals Schildkröten spontan oder als Geschenk.

Aktiver Tierschutz bzw. Tierliebe bedeutet auch auf ein Tier verzichten zu können, wenn eine optimale Unterbringung und Pflege für die gesamte Lebensdauer des Tieres nicht gewährleistet werden kann.

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Beispiel: Griechische Landschildkröte

(Testudo hermanni boettgeri bzw. Testudo hermanni hermanni) Die Lebenserwartung der Griechischen Landschildkröte liegt bei 60-100 Jahren. Männliche Tiere erreichen eine durchschnittliche Endgröße von 20 cm und Weibchen etwa 26 cm. Die Geschlechtsreife ist abhängig vom Körpergewicht: Männchen werden mit etwa 350 g geschlechtsreif, Weibchen ab 450 g.  Die Hauptzeit der Brutbereitschaft beschränkt sich auf die Monate Mai und Juni. Nach etwa 90 Tagen (dies ist allerdingsabhängig vom Klima), legen die Weibchen 3-6 Eier. 

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Haltung der Griechischen Landschlidkröte

Bei über 12cm großen Tieren sind 2 m² Terrariengröße für 1-2 Tiere vorgeschrieben. Auch beim Erwerb von Jungtieren ist zu bedenken, dass diese in einigen Jahren diese 2 m² Terrariengröße benötigen werden. Das Terrarium muss mit Steinen, Ästen, Versteckplätzen und einer Trinkmöglichkeit versehen werden. Als Bodengrund braucht die griechische Landschildkröte Lehmerde, Sand zum Eingraben und auch stellenweise Schotter.

Tagsüber (6-14 Stunden) sollte im Terrarium mit Hilfe von Wärmestrahlern eine Temperatur von 25-30°C Grad erreicht werden, lokal durch eine zusätzliche Wärmequelle auch 35-45°C. Die Nachtabsenkung sollte 10°C betragen. Auch UV-Bestrahlung ist für die Gesundheit der Tiere unerlässlich. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 40-60% für adulte Tiere und bei 60-80% für Jungtiere.

 

Freilandterrarien

 Zum Schutz vor Raubtieren ist der Untergrund und Boden von Freilandterrarien entsprechend zu sichern!

Freilandterrarien müssen sonnig und windgeschützt liegen und über ein trockenes, nach Süden bis Südosten ausgerichtetes Schutzhaus verfügen. Den Tieren sind sowohl leicht abtrocknende Sonnen- als auch Schattenplätze zur Verfügung zu stellen. Der Bodengrund sollte aus Blumenwiese, Sand, Schotter und Lehmerde bestehen. Kleine Büsche, Stauden, Wurzeln, Steine, eine Wasserstelle sowie ein Hügel zur Eiablage sind für eine vielfältige Strukturierung des Außengeheges notwendig.

 

Winterstarre

Die Winterstarre oder Hibernation bei 4-6°C über 3-5 Monate ist für alle gesunden Tiere (auch Jungtiere) einzuhalten. Darauf verzichten sollte man nur bei kranken oder geschwächten Tieren, da diese im Winter sterben könnten.

2-3 Monate vor der Überwinterung ist es wichtig, die Schildkröte bei der Tierärztin bzw. beim Tierarzt auf Parasitenbefall untersuchen und gegebenenfalls behandeln zu lassen. Die Vorbereitung sollte frühestens im Oktober beginnen. Die eigentliche Winterstarre beginnt dann im November bzw. Dezember.

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Ernährung der Griechischen Landschildkröte

Griechische Landschildkröten ernähren sich fast ausschließlich vegetarisch. Sie sind karges, rohfaserreiches Futter gewöhnt. Bei der Fütterung von zu viel tierischem Eiweiß und Fett kommt es zu gesundheitlichen Schäden. Sie fressen gerne Wiesenkräuter wie Gänseblümchen, Löwenzahn, Wiesenklee, Thymian, Breit- und Spitzwegerich, Habichtskraut, aber auch Salat, Gemüse und Obst (nicht zu viel). Bei der Fütterung sollte außerdem immer auf reichliche Calciumzufuhr (Kalkpulver, zerriebene Eischalen, Kalksteinmehl etc.) geachtet werden.

Zur Deckung des Eiweißbedarfes bekommen Jungtiere einmal im Monat etwas Landschildkrötenfutter.

Absolut ungeeignet als Schildkrötenfutter sind alle gekochten, gebratenen oder anderweitig zubereitetet Lebensmittel. Dies gilt für Pudding, Nudeln und Faschiertes genauso wie für Brot, Reis, Kartoffeln Hunde- und Katzenfutter.

Frisches Wasser sollte in einer flachen Schüssel ständig zur Verfügung stehen. Dies wird auch gerne zum Baden verwendet (bitte regelmäßig reinigen). Der Boden sollte daher eine raue Oberfläche haben (z.B. Blumenuntersetzer aus Ton). Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass kleinere Tier nicht ertrinken können.

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Gesundheit

Der Gesundheitszustand eines Reptils ist für LaiInnen meist nicht erkennbar, bitte suchen Sie sich bereits vor der Anschaffung einer Schildkröte eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt der Erfahrung mit diesen Tieren hat.

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Zusatzinformationen: