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Minischweine

Abstammung

Als Minischweine (auch Teacup pigs genannt) bezeichnet man kleinwüchsige Hausschweine. Eine ebenfalls oft verwendete Bezeichnung für das Minischwein ist der englische Ausdruck „Minipig“. Neben vielen Minischweinrassen bestimmter Regionen werden unter dem Begriff Minischwein vor allem Rassen und Linien zusammengefasst, die speziell für Versuchszwecke oder für die Hobbyhaltung gezüchtet wurden.

Eine der ersten Rassen war das Minnesota Minischwein, welches in den 1940er Jahren in den USA gezüchtet wurde. Das Ziel aller ZüchterInnen war es, ein handliches Versuchstier zu züchten. Die Vorteile gegenüber großen Schweinen sind der geringere Platzbedarf, die bessere Handhabung während der Versuche, geringere Futterkosten und vor allem niedrigere Versuchskosten, da bei der Entwicklung neuer Medikamente die Dosierung nach dem Körpergewicht erfolgt.

Grundsätzlich stammen alle domestizierten Schweine, also auch die Minischweine, vom Europäischen oder Asiatischen Wildschwein ab. Die Größe bzw. das Körpergewicht ist von Rasse zu Rasse sehr verschieden. Man kann Minischweine jedoch grob als Schweine mit einem Körpergewicht unter 120 kg einteilen.

Minischweine haben eine Lebenserwartung von 7 bis 15 Jahren. Die Geschlechtsreife setzt bei Säuen zwischen dem 5. und 8. Lebensmonat, bei Ebern zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat ein. Säue sind alle 21 Tage rauschig. Nach einer Tragezeit von 112-116 Tagen, bringen sie 5-10 Ferkel zur Welt. 

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Anschaffung

Wenn Sie sich für Minischweine interessieren, wenden Sie sich am besten an einen Zuchtverband und lassen sich Kontaktdaten von seriösen ZüchterInnen geben.

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Haltung

Die Heimtierhaltung von Minischweinen begann vor einigen Jahren in Amerika und verbreitet sich zunehmend auch in Europa. Problematisch ist dabei, dass diese Tiere trotz ihrer geringen Größe und der Bindung an den Menschen gesetzlich im Nutztierstatus stehen und sämtlichen Bestimmungen unterliegen, die für die Landwirtschaft gelten. Das beinhaltet entsprechende Vorschriften bei der Einzäunung des Geländes, der Fütterung, der Meldung bei behördlichen Institutionen sowie staatlich angeordnete Keulung im Seuchenfall.

Grundsätzlich sollte keine reine Wohnungshaltung erfolgen. Das Minischwein hat ähnliche Bedürfnisse wie ein herkömmliches Schwein. So ist eine trockene Stallung im Außenbereich ebenso wichtig wie Stroh und eine Weide bzw. ein Garten. Einzelhaltung ist aufgrund der 1. Tierhaltungsverordnung nicht erlaubt, wird im Hobbybereich aber leider oft praktiziert. Minischweine sind – wie alle Schweine – soziale Tiere und brauchen die Nähe zu Artgenossen. Auch das Zusammenleben mit Hunden, Katzen oder anderen Haustieren ist in der Regel möglich, wenn man sie nur früh genug mit ihnen in Kontakt bringt.

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Ernährung

Minischweine sind wie alle ihre Artgenossen grundsätzlich Allesfresser. Das Füttern von Fleisch und Küchenresten ist jedoch wegen der Gefahr einer Seuchenübertragung gesetzlich verboten.

Schweine sind immer hungrig. Deshalb ist eine ausgewogene Futtermenge wichtig. Pro Tag genügen ein bis zwei Prozent des Körpergewichtes zur Ernährung. Mastfutter, wie es bei der Schweinemast verwendet wird, ist dafür ungeeignet. Stattdessen bieten sich Obst und Gemüse, sowie Bruchmais, Weizenkleie, Joghurt, Milch, Karottenpellets und spezielles Minischweinefutter an. Grundsätzlich brauchen Minischweine auch Gras oder Heu.

Eine Form der Belohnung stellen Rosinen, Käse und Rührei dar. Rosinen sollte man aber wegen des hohen Zuckergehalts nur selten geben.

Jungschweine erhalten am besten Ferkelkorn. Ferkelstarter, ein in der Landwirtschaft verwendetes spezielles Kraftfutter für Ferkel, die bereits nach 24 Tagen von der Muttermilch abgesetzt werden, ist für Minischweinferkel nicht geeignet.

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Gesundheit

Zur Pflege gehören die Reinhaltung des Stalls und der Toilette. Sofern man das Tier im Freien übernachten lässt, sollte man genug Heu oder Stroh anbieten.

Klauenpflege entfällt, wenn die Minischweine regelmäßig über harten Untergrund laufen.

An heißen Sommertagen nehmen die Tiere gern ein Bad. Hierfür bietet sich beispielsweise ein feuchter Sandkasten als Suhle an. Beim Waschen der Schweine verwendet man warmes Wasser, jedoch keine Reinigungs- oder Körperpflegemittel.

Impfungen gegen Tollwut in tollwutgefährdeten Gebieten und Rotlauf sollten regelmäßig durchgeführt werden. Ebenso sollten Minischweine regelmäßig entwurmt und auf Milbenbefall untersucht werden.

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Zusatzinformationen: