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Degus

Abstammung

Der Degu (Octodon degus) ist aus Chile stammendes Nagetier, das zur Gattung der Strauchratten gehört. Während Degus in ihrer Heimat immer wieder beachtliche Schäden in der Landwirtschaft anrichten, erfreuen sie sich in Europa als Heimtiere immer größerer Beliebtheit.

Degus erreichen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 4 bis 6 Jahren. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen ab 6 Wochen ein, bei Männchen ab 3 Monaten. Im Durchschnitt sind die Tiere alle 18-25 Tage paarungsbereit. Nach 86-94 Tagen bringen die Weibchen 1-6 Junge zur Welt.

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Anschaffung

Wenn Sie sich für Degus als Heimtiere entschieden haben, wenden Sie sich an eine Tierhandlung oder an eine Züchterin bzw. einen Züchter und lassen sich dort Fachliteratur empfehlen. Bitte kaufen Sie Heimtiere niemals als Geschenk oder spontan. Seien Sie sich der Verantwortung über ein Lebewesen bewusst.

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Haltung

Degus müssen paarweise oder in Gruppen gehalten werden und brauchen eine geräumige (dreidimensionale d.h. auch nach oben ausgebaute) und vor allem nagesichere Unterkunft. Sie sind sehr geschickt mit ihren Vorderpfoten, so dass Käfiggitter, Möbel aber auch Vorhänge gerne zum Klettern verwendet werden.

Die Käfiggröße und Ausstattung ist in der 2. Tierhaltungsverordnung geregelt, dies ist jedoch nur eine Mindestanforderung:

Die Käfig- oder Terrariengröße muss pro Paar mindestens 100 x 50 x 100 cm (Länge x Breite x Höhe) betragen. Für jedes weitere adulte Tier sind 20% der Bodenfläche hinzuzurechnen. Des weiteren ist festgelegt, dass den Tieren eine dreidimensionale Anordnung der Käfigstrukturen, eine Einstreuhöhe von mindestens 10 cm und ein Sandbad anzubieten ist.

Neben der Größe der Unterkunft ist vor allem eine abwechslungsreiche Einrichtung wichtig. Es sollten Versteck-, Ausguck- und Ruheplätze, Klettermöglichkeiten und Nischen angeboten werden. Mit herkömmlichen Käfigformen ist dies nur bedingt möglich. Mit einer Kombination aus verschiedenen Käfigtypen, Aquarien, Volieren oder auch mit Eigenbauten lassen sich hier gute Ergebnisse erzielen. Als Einrichtung dienen Rindenstücke, verschiedene Steine, dicke Äste, unterschiedliche Wurzeln, Korkrindenstücke und ähnliche Materialen zum Nagen, Klettern und Verstecken. 

Außenhaltung:

Die Außenhaltung muss gut geplant sein. Die Unterkunft sollte entsprechend groß und von allen Seiten (auch unten) entsprechend gegen Ausbrüche der Degus aber auch gegen Einbrüche von Raubtieren geschützt sein. Degus brauchen die Möglichkeit sich zurückzuziehen, um Schutz vor der Witterung (Wind, Sonne und Regen) zu haben. Die Umsiedelung im Frühling darf erst erfolgen, wenn es draußen ähnliche Temperaturen wie drinnen hat, da es bei einer zu abrupten klimatischen Veränderungen häufig zu Todesfällen kommt.

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Ernährung

In der Wildnis ernähren sich Degus überwiegend von pflanzlicher, nährstoffarmer und ballaststoff- bzw. rohfaserreicher Kost, wobei die Zusammensetzung saisonal sehr stark variiert. In der Heimtierhaltung werden Degus oft falsch ernährt, was zu Magen- und Darmproblemen, Verfettung und Diabetes führen kann. Der wichtigeste Bestandteil des Futters ist rohfaserreiches Heu; es sollte den Tieren jederzeit zur Verfügung stehen.

Mittlerweile bekommt man in immer mehr Zoofachhandlungen spezielles Degufutter angeboten. Man sollte jedoch darauf achten, dass es keine gehaltvollen und fetten Bestandteile wie Nüsse oder viel Getreide oder Zucker (auch nicht Fruchtzucker) enthält. Am besten Sie fragen eine Züchterin bzw. einen Züchter, woher sie oder er das Futter bezieht.

Da Degus bei Futterwechsel sehr empfindlich reagieren, mischt man neues Futter immer nach und nach dem bisherigen Futter bei. Manche Degus lieben täglich frisches Grünfutter, andere reagieren jedoch mit Durchfall.

Frisches Trinkwasser wird am besten in einem Wassernapf angeboten.

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Gesundheit

Viele gesundheitliche Probleme entstehen durch falsche Ernährung. Während der täglichen Pflege sollte das Tier genau beobachten werden. Veränderungen wie z.B. humpeln, Lähmungserscheinungen, Gewichtsab- oder Zunahme, Durchfall, Fell-, Haut- und Augenveränderungen, Speichelfluss oder Atemgeräusche müssen sofort von einer Tierärztin oder einem Tierarzt abgeklärt werden. Es ist wichtig sich vor der Anschaffung von Degus fachlich beraten zu lassen und sich eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt mit Erfahrung im Umgang mit Degus zu suchen.

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Zusatzinformationen: