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Bartagamen

Hinweis - Meldepflicht

Für Bartagamen besteht Meldepflicht innerhalb von 14 Tagen bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Anzugeben sind:

  • Name, 
  •  Anschrift der Halterin oder des Halters, 
  •  Art und Höchstzahl der gehaltenen Tiere

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Abstammung

Bartagamen gehören zur Familie der Agamen, die wiederrum den Echsen untergeordnet sind. Es gibt einige verschiedene Bartagamenarten die in den Wüstengebieten Australiens beheimatet sind, wobei die "Streifenköpfige Bartagame“ (Pogona vitticeps) jene Art ist, die unter den Wildtieren am häufigsten als "Heimtier" gehalten wird.

Wie alle Reptilien sind auch die Bartagamen wechselwarme Tiere. Das bedeutet, dass sie keine konstante Körpertemperatur haben, sondern diese von der Umgebungstemperatur abhängig ist.

Diese Wildtiere sind nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht. Um eine Gefährdung durch den Handel zu vermeiden, wird dieser international reguliert. Man braucht daher für den Kauf in der EU Herkunftsnachweise (Rechnungen).

Bartagamen werden meist um die 50cm lang (selten auch bis zu 60cm), wobei der Schwanz etwa 25cm der Gesamtlänge ausmacht. Ihre Lebenserwartung liegt bei artgerechter Haltung bei bis zu 15 Jahren. Das Weibchen legt nach einer Brutdauer von 50-80 Tagen durchschnittlich 15-35 Eier. Die Empfängnisbereitschaft beginnt kurz nach der Winterruhe, wobei die geschlechtsreife ab einem Jahr eintritt.

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Anschaffung

Falls Sie sich zum Kauf eines Reptils entschlossen haben, wenden Sie sich an eine Zoofachhandlung oder an seriöse ZüchterInnen. Im Gesetz ist verpflichtend vorgeschrieben, sich beim Erwerb eines Reptils im Vorhinein Kenntnisse über die Biologie der betreffenden Art und die sich daraus ergebenden Haltungsanforderungen zu verschaffen. Gemäß Tierschutzgesetz besteht für gewerbliche Betriebe beim Verkauf der Tiere eine Informationsplicht mittels Merkblättern.

Es wird dringend von Spontankäufen auf Messen und bei Börsen abgeraten! Kaufen Sie ein Tier niemals als Geschenk.

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Haltung

Bartagamen gehören zu den Wildtieren mit besonderer Anforderung an die Haltung. Generell gelten für alle Reptilien die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes und der 2. Tierhaltungsverordnung.

Als Streicheltiere sind Reptilien nicht geeignet! Kinder sollten frühestens mit 10 Jahren unter Aufsicht eines Erwachsenen mit der Pflege von Terrarientieren betraut werden.

Es ist sowohl Einzelhaltung als auch die Gruppenhaltung möglich. Es empfiehlt sich in jeder Gruppe maximal ein ausgewachsenes Männchen zu halten, da diese sehr territorial sind. Für ein bis zwei ausgewachsene Tiere gilt ein Mindestmaß für ein Terrarium von 1 m² Grundfläche und 0,8 m Höhe. Für jedes weitere Tier muss eine Zusatzfläche von 0,4 m² gegeben sein. Der Bodengrund im Terrarium besteht aus Sand oder einem Sand-Lehmgemisch. Tagsüber sollte mit einer starken Lichtquelle, die zugleich Wärmequelle ist, eine Temperatur von 25-33°C erreicht werden. Lokale Temperaturen sollen bis zu 45°C betragen, nachts etwa 18-22°C. Die Beleuchtungsdauer muss täglich 12-14 Stunden betragen. Ebenso ist die tägliche UV-Bestrahlung notwendig.

Im Winter erfolgt für etwa zwei Monate eine Verkürzung der Beleuchtungsdauer auf 6-8 Stunden, sowie eine Absenkung der Temperatur auf 18-20°C. Die Luftfeuchtigkeit muss 50-80% betragen und ein kleiner Teil des Bodensubstrates ist permanent feucht zu halten. Die Ausstattung des Terrariums muss vielseitig gestaltet werden, den Tieren sind weiters Kletter- und Versteckplätze anzubieten. Auch Steine sollten als Sichtschutz nicht fehlen. Ein Trinkgefäß, welches auch zum Baden groß genug ist, gehört ebenfalls zur Ausstattung. 

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Ernährung

Bartagamen ernähren sich von Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Zophobas, Wachsmotten, Spinnentiere und jungen Mäusen. Wobei Jungmäuse, Mehlwürmer, Zophobas und Wachsmottenlarven höchstens alle paar Monate verfüttert werden sollten, da sie einen hohen Fettgehalt haben, was zu Leber- und Nierenschäden führen kann.

Die Futtertiere sollten ab und zu mit Vitaminpräparaten bestäubt werden (beachten Sie allerdings die Dosis). Kalziumquellen wie zerstoßene Eierschalen (gekocht) oder Sepiaschalen sollten immer zur Verfügung stehen. Ungefressene Futtertiere abends aus dem Terrarium entfernen, da diese sonst an den schlafenden Echsen knabbern.

Neben Insekten können außerdem pflanzliche Kost und Obst, wie Salat ( Radicchio, Ruccola, Endivie, kein Eisberg- und Kopfsalat), Löwenzahn, Karotten, Äpfel, Paprika, Melonenstücke, Zucchini, Kresse oder Weintrauben gefüttert werden. Jungtiere benötigen häufiger Insekten als ausgewachsene Bartagamen, da diese sich hauptsächlich von pflanzlicher Kost ernähren.

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Gesundheit

Ein gesundes Reptil hat eine glänzende, trockene Haut. Wenn sich Bartagamen das erste Mal häuten, dann ist die Haut an den Stellen wo sie erneuert, trüb und glanzlos. Dies stellt keinen Grund zur Besorgnis dar.

Ist die Haut stumpf oder die Farbe verblasst, sind die Augen glanzlos und trüb oder treten Verhaltensänderungen wie Fressunlust, vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, Teilnahmslosigkeit oder Aggressivität auf, könnten dies Anzeichen für eine Erkrankung sein und sollten genau beobachtet werden. Gegebenenfalls ist eine Tierärztin oder ein Tierarzt, die bzw. der Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren hat, aufzusuchen.

Da Krankheiten für LaiInnen meist schwer zu erkennen sind, leiden die Tiere sehr oft deutlich darunter. Aktiver Tierschutz bzw. Tierliebe bedeutet auch auf ein Tier verzichten zu können, wenn eine optimale Unterbringung und Pflege für die gesamte Lebensdauer des Tieres nicht gewährleistet werden kann!

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Zusatzinformationen: