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Mutter-Kind-Pass

Wozu dient der Mutter-Kind-Pass?

Nach Feststellen einer Schwangerschaft erhält jede Schwangere mit Wohnsitz in Österreich einen Mutter-Kind-Pass. Der Pass dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr.

Die im Mutter-Kind-Pass-Programm vorgesehenen Untersuchungen sind eine Gelegenheit zur Früherkennung und rechtzeitigen Behandlung von Krankheiten sowie zur Kontrolle des Entwicklungsstandes des Kindes. Alle Schwangeren und Eltern von Kleinkindern sollten daher die Gelegenheit zur bestmöglichen Vorsorge für Mutter und Kind nützen und diese Untersuchungen durchführen lassen. Seit der Einführung im Jahre 1974 wurde das Mutter-Kind-Pass Programm kontinuierlich weiterentwickelt und dem Stand der medizinischen Wissenschaft und Erfahrung angepasst.

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Maßnahmen des Mutter‐Kind‐Pass‐Programms

Gynäkologische Untersuchungen für Schwangere:

  • 1 gynäkologische Untersuchung bis Ende der 16. Schwangerschaftswoche und eine Laboruntersuchung
  • 1 gynäkologische Untersuchung in der 17.–20. Schwangerschaftswoche und eine interne Untersuchung
  • 1 gynäkologische Untersuchung in der 25.–28. Schwangerschaftswoche und eine Laboruntersuchung
  • 1 gynäkologische Untersuchung in der 30.–34. Schwangerschaftswoche
  • 1 gynäkologische Untersuchung in der 35.–38. Schwangerschaftswoche

Die Untersuchungen werden von Allgemeinärzten und Allgemeinärztinnen bzw. den jeweiligen Fachärzten und Fachärztinnen durchgeführt. 

Die Durchführung dieser Untersuchungen in der Schwangerschaft ist Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld.

Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft:

  • 1 Ultraschalluntersuchung in der 8.‐12. Schwangerschaftswoche
  • 1 Ultraschalluntersuchung in der 18.‐22. Schwangerschaftswoche
  • 1 Ultraschalluntersuchung in der 30.‐34. Schwangerschaftswoche

Die im Rahmen des Mutter‐Kind‐Pass-Programms vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen dienen der Kontrolle der Entwicklung des Kindes sowie der Feststellung von Mehrlingsschwangerschaften. Durch Ultraschalluntersuchungen können über die klinische Untersuchung hinausgehend zusätzliche Informationen gewonnen werden. So können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und im weiteren Schwangerschaftsverlauf berücksichtigt bzw. behandelt werden.

Die Ultraschalluntersuchungen sind keine Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld.

Hebammenberatung in der Schwangerschaft:

Zwischen der 18.-22. Schwangerschaftswoche besteht die Möglichkeit einer Beratung durch eine Hebamme. Die Beratung beinhaltet Informationen zum Verlauf einer Schwangerschaft, zur Geburt, zum Wochenbett, zum Stillen, über gesundheitsförderndes Verhalten in diesem Zeitraum und über weitere Unterstützungsmöglichkeiten.

Hebammen, die Beratungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes durchführen, finden Sie unter http://www.hebammen.at.

Die Hebammenberatung ist keine Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld.

HIV-Test:

Die Laboruntersuchung bis Ende der 16. Schwangerschaftswoche beinhaltet einen HIV‐Test. Während einer Schwangerschaft kann eine bestehende HIV‐Infektion auf das ungeborene Kind übertragen werden. Bei unerkannter Infektion besteht ein hohes Risiko einer Übertragung auf das Kind während der Schwangerschaft und der Geburt. Dieses Risiko kann durch medikamentöse Behandlung und einen geeigneten Geburtsmodus deutlich reduziert werden. Deshalb ist eine frühzeitige Untersuchung der Schwangeren wichtig.

Die Durchführung des HIV-Tests ist Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld.

Oraler Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest): 

Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Schwangeren tritt vorübergehend durch die Stoffwechselbelastung in der Schwangerschaft Diabetes auf. Bei unerkanntem Schwangerschaftsdiabetes kommt es bei dem Ungeborenen zu starker Gewichts‐ und Größenzunahme und Anpassungsstörungen nach der Geburt. Durch einen Zuckerbelastungstest im Rahmen der Laboruntersuchung in der 25.‐28. Schwangerschaftswoche kann Schwangerschaftsdiabetes festgestellt werden. Eine engmaschigere Betreuung der Schwangeren und eine Ernährungsumstellung sind notwendig. Manchmal kann auch eine Insulinbehandlung erforderlich sein.

Die Durchführung des Zuckerbelastungstests ist Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld.

Untersuchungen für Kinder:

  • 1 Untersuchung des Kindes in der 1. Lebenswoche (wird meist im Spital durchgeführt)
  • 1 Untersuchung des Kindes in der 4.–7. Lebenswoche einschließlich einer orthopädischen Untersuchung
  • 1 Untersuchung des Kindes im 3.–5. Lebensmonat
  • 1 Untersuchung des Kindes im 7.–9. Lebensmonat einschließlich einer HNO-Untersuchung
  • 1 Untersuchung des Kindes im 10.–14. Lebensmonat einschließlich einer Augenuntersuchung

Zusammen mit den vorgesehenen Schwangerenuntersuchungen sind die Kindesuntersuchungen bis zum 14. Lebensmonat eine Voraussetzung für das Kinderbetreuungsgeld.

  • 1 Untersuchung des Kindes im 22.–26. Lebensmonat einschließlich einer augenfachärztlichen Untersuchung
  • 1 Untersuchung des Kindes im 34.–38. Lebensmonat
  • 1 Untersuchung des Kindes im 46.–50. Lebensmonat
  • 1 Untersuchung des Kindes im 58.–62. Lebensmonat
  • 1 Hüftultraschalluntersuchung des Kindes in der 1. und in der 6.–8. Lebenswoche

Die Untersuchungen werden von Allgemeinärzten und Allgemeinärztinnen bzw. den jeweiligen Fachärzten und Fachärztinnen durchgeführt.

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Zusatzinformationen: