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Komplementär/Alternativmedizin

Was ist Komplementärmedizin? Was sind sonstige komplementäre Methoden?

Unter dem Begriff Komplementärmedizin wird ein breites Spektrum von Disziplinen und Behandlungsmethoden zusammengefasst, die auf anderen Modellen der Entstehung von Krankheiten und deren Behandlung basieren als jene der Schulmedizin. Definitionsgemäß werden sie ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt.

Alternativmedizin, „Complementary and Alternative Medicine – CAM“, Ganzheitsmedizin, Integrative Medizin, Naturheilkunde, traditionelle Medizin (z.B. chinesische, europäische, tibetische …) sind verwandte Überbegriffe, die Heilmethoden oder diagnostische Konzepte bezeichnen. Die heutige Begriffsvielfalt geht zurück auf die lange Tradition der Auseinandersetzung zwischen anerkannten medizinischen Verfahren und den so genannten „Außenseitermethoden“.

Das Bundesministerium für Gesundheit favorisiert den Begriff Komplementärmedizin, um zu signalisieren, dass die Methoden nicht als Alternativen zur Schulmedizin angesehen werden sollen.

Komplementäre Methoden finden nicht nur in der Medizin Anwendung sondern werden beispielsweise auch in der Psychotherapie, der klinischen Psychologie sowie in der Gesundheitspsychologie und Musiktherapie eingesetzt.
(Siehe auch: Begriffsdefinitionen Dr. Michaela Noseck-Licul)

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Komplementäre Methoden

Je nach methodischem Ansatz können Kategorien komplementärer Methoden gebildet werden: 

  • Setzt eine Methode am Denken oder Erleben an, um Veränderungen am Körper zu bewirken, so spricht man von „Mind/Body Medicine“ (z.B. Meditation, Entspannungstechniken).
  • Unter körperbezogenen Praktiken werden verschiedene manuelle Techniken zusammengefasst (z.B. alternative Massagetechniken, Shiatsu, Therapeutic-Touch).
  • Weiters gibt es Methoden, die auf alternativen Bewegungskonzepten beruhen (z.B. Feldenkrais, Biodanza).
  • Energetische Methoden mit und ohne spirituellen Hintergrund arbeiten mit der Vorstellung besonderer Kräfte oder „Energien“ (z.B. Bioresonanz, Biotensor, Prana Energiearbeit).
  • Die Kräuterheilkunde und Naturheilkunde fassen Methoden zusammen, die pflanzliche bzw. natürliche Substanzen innerlich und äußerlich einsetzen (z.B. Kräuter, Tees, Salben, Hausmittel usw.). Wenn derartige Substanzen mit wirksamen Inhaltsstoffen verwendet werden, sind immer auch Nebenwirkungen oder Vergiftungen möglich. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass nur unwirksame Substanzen frei von potentiellen Nebenwirkungen sein können.

    Mit den Begriffen Kräuterheilkunde und Phytotherapie wird weitgehend dasselbe Konzept beschrieben. In der Phytotherapie werden Pflanzen und deren Zubereitungen im Sinne einer angewandten Pharmakologie nach den Kriterien „Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit“ beurteilt. Phytotherapie ist ein Teilgebiet der Pharmakotherapie in der Schulmedizin. Zahlreiche Medikamente wurden ursprünglich als wirksame Inhaltsstoffe von Pflanzen entdeckt. Der Vorteil der chemischen Herstellung derartiger Arzneimittel liegt in der standardisierten Herstellung, Dosierung und Sicherheitsüberprüfung.

Weitere Beispiele:

  • Anthroposophische Medizin
  • Homöopathie
  • Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

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Auf welchen Ansätzen beruht Komplementärmedizin?

Viele Vertreterinnen und Vertreter der Komplementärmedizin sehen Gesundheit nicht als Fehlen von Krankheit sondern als Gleichgewicht miteinander wirkender interner oder externer Kräfte. Kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Körper, Geist und Umwelt manifestiert sich dies in Krankheit. Die komplementärmedizinische Therapie besteht insbesondere in der Stärkung (selbst)heilender Kräfte. Patientinnen und Patienten wird eine aktive Rolle bei der Wiedererlangung der eigenen Gesundheit zugeschrieben.

Ein ganzheitlicher Ansatz in Diagnose und Behandlung ist für die meisten komplementärmedizinischen Methoden zentral. Was als ganzheitlich betrachtet wird, ist verschieden. Damit kann gemeint sein, dass neben den körperlichen auch die psychischen Aspekte einer Erkrankung mit einbezogen werden. Darüber hinaus können auch soziale Probleme berücksichtigt werden. Spiritualität als Teil einer ganzheitlichen Auffassung von Gesundheit spielt ebenfalls häufig eine Rolle.

Ein weiterer Aspekt komplementärmedizinischen Denkens ist die Gesunderhaltung.

Grundsätzlich sind jedoch diese Ansätze kein charakteristisches Merkmal der Komplementärmedizin da diese Aspekte auch in der schulmedizinischen Behandlung über die Anwendung evidenzbasierten Wissens hinaus wesentliche Bedeutung für den Behandlungserfolg haben.

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