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Stammzellenspende- und Stammzellentransplantationswesen

Für viele PatientInnen mit Leukämie und anderen, ähnlich schweren Erkrankungen kann eine so genannte Stammzelltransplantation (Knochenmarktransplantation) die einzige Aussicht auf Hilfe oder gar auf Heilung sein.

Für die Stammzelltransplantation ist es jedoch notwendig, eine/n geeignete/n StammzellspenderIn zu finden. Ein schwieriges Unterfangen, da der/die SpenderIn die gleichen Gewebemerkmale wie der/die PatientIn aufweisen muss bzw. - in Ausnahmefällen - nur eine geringe Anzahl von Gewebeunterschieden aufweisen darf. Entsprechend kompliziert und heikel sind die Kriterien für die Suche nach potenziellen SpenderInnen.

Seit 1993 wird daher im Interesse der PatientInnen und deren Angehörigen das österreichische Stammzellregister aus öffentlichen Mitteln gefördert. Die Datei umfasst mittlerweile rund 66.000 potenzielle StammzellspenderInnen und wird weiter ausgebaut.

Ein weltweiter Pool mit mittlerweile mehr als 25 Millionen anonymer SpenderInnen, die nach einheitlichen Kriterien in nationalen Registern gespeichert sind, ermöglicht es, die Suche nach geeigneten StammzellspenderInnen für österreichische PatientInnen durchzuführen.

Obwohl das System eines sich ständig erweiternden internationalen SpenderInnenpools (bei gleichzeitigem größtmöglichen Daten- und Persönlichkeitsschutz!) dem/der einzelnen PatientIn eine viel größere Chance auf eine geeignete Stammzellspende bietet, als eine individuelle Suche auf nationaler Ebene, treten in letzter Zeit vermehrt Privatinitiativen auf, die für bestimmte PatientInnen geeignete StammzellspenderInnen suchen und zu Spenden aufrufen.

Nun ist es zwar verständlich, dass Menschen, die der schweren Erkrankung einer/s Angehörigen hilflos gegenüberstehen und mit ansehen müssen, wie sich deren/dessen Zustand während der laufenden SpenderInnensuche verschlechtert, versuchen, selbst eine/n geeignete/n SpenderIn zu finden.

Die Ursachen für das verstärkte Auftreten solcher Privatinitiativen sind aber möglicherweise auch darin zu suchen, dass die Betroffenen über den Stand der Suche zu wenig Bescheid wissen oder die Abläufe der SpenderInnensuche im Allgemeinen zu wenig bekannt und transparent sind.

Zur Beseitigung dieses Informationsdefizits einerseits und zur Sicherung der hohen Qualität des österreichischen Stammzellspendewesens im Interesse der PatientInnen und deren Angehörigen andererseits, wurden Expertinnen und Experten der Fachbereiche Hämato-Onkologie sowie Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin in den seit 1991 etablierten Transplantationsbeirat integriert.

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