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MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome - Coronavirus)

Was ist MERS?

MERS steht für das Middle East Respiratory Syndrome und bezeichnet eine Infektion der Atemwege, die durch das MERS-Coronavirus (MERS-CoV) verursacht wird. Das MERS-CoV ist ein im März 2012 erstmals beim Menschen aufgetretenes RNA Virus aus der Familie der Coronaviridae. Alle bisher an MERS-CoV erkrankten Personen haben sich im Nahen Osten auf der Arabischen Halbinsel angesteckt, oder hatten Kontakt mit Personen, die dort erkrankten. In Österreich besteht derzeit kein erhöhtes Risiko für eine MERS-CoV Erkrankung in der Allgemeinbevölkerung. Ein Import aus einem betroffenen Gebiet kann jedoch nicht ausgeschlossen werden; vor allem während Perioden mit erhöhter Übertragungsaktivität auf der arabischen Halbinsel.

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Übertragungsweg, Symptomatik und Krankheitsverlauf

Dromedare stellen die wahrscheinlichste Erregerquelle für eine Übertragung auf den Menschen dar. Bei der Überprüfung von Dromedarbeständen im arabischen Raum und zum Teil auch angrenzenden afrikanischen Ländern wurde ein großer Anteil positiv auf MERS-CoV getestet. Die Übertragung auf den Menschen ist bei engem Kontakt mit den Tieren möglich. Der Übertragungsweg ist derzeit noch unklar. Bei engem Kontakt mit erkrankten Personen kann es auch zu einer Mensch-zu-Mensch Übertragung kommen (Sekundärfälle). Detaillierte Informationen finden Sie auf den Seiten von ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control), WHO und RKI (Robert Koch Institut).

Husten und Kurzatmigkeit. Bei einigen Erkrankungsfällen trat zusätzlich Durchfall und Erbrechen auf. Es kommen milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ohne jegliche Symptome vor. Häufig verläuft die Erkrankung jedoch schwer, mit Komplikationen wie z.B. Lungenentzündung und Nierenversagen, und bisher verstarben etwa ein Drittel der Erkrankten daran. Untersuchungen haben gezeigt, dass für Personen mit Grunderkrankungen, wie z.B. Diabetes, beeinträchtigter Immunabwehr, chronischen Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen ein höheres MERS-CoV Infektionsrisiko besteht.

 

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Aktuelle Lage

Von den weltweit seit Beginn des Ausbruchs im April 2012 über 1.600 gemeldeten Fällen, davon etwa 40% Todesfälle, traten bis dato insgesamt 15 in Europa auf, wobei es gelegentlich zu Sekundärfällen bei engen Mensch zu Mensch Kontakten gekommen ist. Eine weitere Ausbreitung konnte in den betroffenen Ländern durch entsprechende Schutzmaßnahmen wie Umgebungsuntersuchungen und labortechnische Abklärung von symptomatischen Personen verhindert werden.

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MERS-CoV Ausbruch in Jordanien

Für den Zeitraum vom 26. August bis 13. Oktober wird von einem MERS-CoV - Ausbruch von 16 Fällen in Jordanien berichtet. Der Ausbruch beschränkt sich auf Krankenhäusern in Amman. (ECDC)

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MERS-CoV Ausbruch in Südkorea

Ende Mai 2015 wurde vom Gesundheitsministerium aus Südkorea ein MERS-CoV-Ausbruch gemeldet. Ausgelöst wurde er von einem Reisenden, der zuvor mehrere Länder der arabischen Halbinsel bereist hatte. Insgesamt erkrankten 186 Personen (Familienangehörige, Patienten und Gesundheitspersonal), davon verstarben 36. Eine dieser Personen reiste nach China und wurde dort behandelt. Seit 4. Juli wurden keine weiteren Fälle mehr gemeldet. Am 12. Oktober wurde bei einem Patienten die Krankheit erneut dignostiziert, nachdem er anfang Oktober geheilt entlassen wurde (ECDC).

In Südkorea handelte es sich um den größten Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel. Die Infektionsquelle ist noch unbekannt.

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Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Erkrankungen (ECDC)

Der Übertragungsweg ist nach wie vor unklar, jedoch scheinen Kamele und Kamelprodukte eine wichtige Rolle zu spielen. Eine nosokomiale Übertragung (Übertragung im Krankenhaus) ist auch von Bedeutung. Der Großteil der Fälle wird von der Arabischen Halbinsel gemeldet. Obgleich die Möglichkeit einer Einschleppung von MERS-CoV – Fällen nach Europa möglich ist, bleibt das Risiko einer anhaltenden Mensch-zu-Mensch-Übertragung sehr gering.

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Erster MERS CoV Fall in Österreich

Das Bundesministerium für Gesundheit wurde im September 2014 über einen bestätigten weiblichen MERS CoV Fall, einer Staatsbürgerin aus Saudi Arabien, die nach Österreich eingereist war, informiert. Die MERS-Patientin wurde auf der Isolierstation eines Wiener Krankenhauses behandelt. Der Fall wurde bereits abgeschlossen.

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Reiseempfehlungen für die Arabische Halbinsel

Personen, die ein Land der Arabischen Halbinsel besuchen oder sich für längere Zeit dort aufhalten, wird empfohlen:

  • Generelle Vorkehrungen zur Minderung des Infektionsrisikos zu treffen
  • Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife, Verwendung von antibakteriellem Handgel
  • Auf gute Körperpflege achten
  • Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch und Rohmilch (speziell von Dromedaren) vermeiden
  • Verzehr von Lebensmittel vermeiden, die unter unhygienischen Bedingungen zubereitet wurden
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr waschen
  • Vorkehrungen treffen im Umgang mit kranken Personen, speziell wenn es sich um Symptome einer Erkältungskrankheit handelt (respiratorische Erkrankung), Durchfall oder potenziell infektiöser Krankheit
  • Kontakt zu Haus- und Wildtieren meiden, speziell zu Dromedaren sowie Tierfarmen
  • Meidung von Ausscheidungen von Tieren, speziell Urin und Kot von Dromedaren
  • Medizinische Hilfe in Anspruch nehmen bei Auftreten grippe-ähnlicher Symptome während des Aufenthalts oder bis 14 Tage nach Rückkehr • Hinweis auf Reisetätigkeit
  • Hinweis auf Tierkontakt oder Kontakt zu kranker Person Maßnahmen, wenn eine potenziell infektiöse Erkrankung auftritt
  • Respiratorische Hygiene einhalten (in den Ellenbogen Husten und Niesen, Taschentücher einmal verwenden und entsorgen)
  • Engen Personenkontakt vermeiden
  • Ausschluss von Lebensmittelproduktion/-zubereitung
  • Im Falle des Vorliegens einer Infektionskrankheit, eine geplante Reise wenn möglich nicht antreten
  • Personen, die unter Grunderkrankungen (z.B.: Diabetes, chronische Lungen- oder Nierenerkrankung, beeinträchtigte Immunabwehr) leiden, wird empfohlen, vor Antritt der Reise ärztlichen Rat einzuholen.
    Diese Empfehlungen gelten auch für Pilgerreisende (Hadsch, Umrah) nach Saudi Arabien.
    Zusätzlich sollten, im Falle des Auftretens von Erkältungssymptomen mit Fieber und Husten, während der Hadsch- oder Umrah-Teilnahme, folgende Maßnahmen eingehalten werden:
    • Bekanntgabe der Erkrankung an begleitendes medizinisches Personal oder lokale medizinische Einrichtung
    • Mund und Nase abdecken beim Husten und Schnäuzen, möglichst danach Händewaschen
    • Menschenansammlungen meiden, wenn dies nicht möglich ist, Mund und Nase mit einer Maske bedecken, notfalls mit Taschentuch

(4.12.2015)

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