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Information zu Masern-Epidemie in Westeuropa

Erkrankungswelle bedingt durch schlechte Durchimpfungsrate

Derzeit breitet sich in vielen europäischen Ländern eine Masernepidemie aus, die bereits zu zahlreichen schweren Erkrankungs- und Todesfällen geführt hat. Davon sind auch Nachbarländer Österreichs betroffen wie die Schweiz, Deutschland und allen voran Frankreich mit bereits mehr als 7500 Masernfällen im heurigen Jahr. Es ist zu erwarten, dass die Erkrankungswelle bedingt durch die schlechte Durchimpfungsrate zu einem starken Anstieg der Fälle führen wird. Mittlerweile gibt es Masernvirusaktivitäten in 38 europäischen Ländern. Selbst in nordeuropäischen Ländern mit sehr hohen Durchimpfungsraten sind Ausbrüche und signifikante Anstiege der Fallzahlen beobachtet worden. "Wir beobachten die Situation sehr aufmerksam", so Gesundheitsminister Alois Stöger.

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95% aller Kinder in Österreich geimpft

In Österreich haben die Bemühungen des Gesundheitsministeriums in den letzten Jahren dazu geführt, dass über 95% aller Kinder unter 15 Jahren mindestens eine, 80% zwei Teilimpfungen haben. Aufgrund dessen ist es bis jetzt in Österreich noch nicht zu einem Anstieg der Fälle gekommen. Die letzte große Masernepidemie fand in Österreich im Jahre 2008 statt. Damals gab es über 450 Fälle, allesamt ungeimpfte Personen. Letztes Jahr erkrankten 52 Personen in Österreich.

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36 Labor-bestätigte Masernfälle

2011 liegen in Österreich bis dato 36 Labor-bestätigte Masernfälle vor. Dabei handelt es sich vor allem um sporadische Infektionen durch Einschleppung aus dem Ausland, die derzeit – wegen der europäischen Gesamtsituation - gehäuft vorkommen. Wichtig ist, um eine Ausbreitung und Ausbrüche zu verhindern, Masern-Verdachtsfälle zu melden und bei Bestätigung entsprechend zu handeln. Etwa Umgebungs- bzw. Abriegelungsimpfungen durchzuführen etc..

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Aufruf zu Impfungen

Jede ungeschützte Person kann bei Einschleppung aus dem Ausland angesteckt werden und schwer erkranken. Es handelt sich bei Masern um eine der ansteckendsten Kinderkrankheiten überhaupt. Die Krankheit verläuft in einem Großteil der Fälle schwer und kann zu schweren bleibenden Schäden und zum Tode führen. Aus diesem gegebenem Anlass hat Gesundheitsminister Alois Stöger als Reaktion auf die alarmierenden Epidemieberichte anderer Europäischer Länder und der WHO alle Bundesländer dazu aufgerufen, anstehende Impfungen zu einem ehestmöglichen Zeitpunkt durchzuführen bzw. bestehende Impflücken insbesondere bei jungen Erwachsenen zu schließen.

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Ungeimpfte Eltern mögliche Infektionsquelle

In Österreich besteht insbesondere bei jungen Erwachsenen von 15 bis 25 Jahren die größte Infektionsgefahr. Für viele, dieser Generation stand noch kein wirksamer Masern Impfstoff zur Verfügung. Diese jungen Erwachsenen und insbesondere junge ungeimpfte Eltern stellen eine drohende Infektionsquelle für ihre Kinder im ersten Lebensjahr dar, da die Impfung erst ab den 11. Lebensmonat verabreicht werden kann.

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Gratis-Impfung

Für die Durchführung der Impfungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr steht der Impfstoff, im Rahmen des Impfkonzepts des Bundes, der Bundesländer und des Hauptverbandes gratis zur Verfügung. Diese Altersgrenze wurde nun angehoben.

Österreich ist bis dato zwar noch von keinem starken Anstieg der Erkrankungsfälle betroffen, nichts desto trotz hat das Bundesministerium für Gesundheit die Altersgrenze für Gratisimpfungen auf 45 Jahre angehoben. Damit können in Österreich bestehende Impflücken geschlossen und ein möglicher Ausbruch vermieden werden.

Mit der Umsetzung der notwenigen Maßnahmen sind die Landessanitätsdirektionen vom BM bereits beauftragt worden. „Wer Zweifel hat, ob er oder sie gegen Masern geimpft wurde, soll mit dem Impfpass zum Hausarzt oder Gesundheitsamt gehen. Die Impfung ist gratis“, so Gesundheitsminister Stöger.

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Impfschutz für Risikogruppen

Wie aus Bayern erst kürzlich bekannt wurde, können insbesondere auch Ärztinnen und Ärzte, sowie Pflegepersonal zur tödlichen Infektionsquelle werden. Im konkreten Fall hat das zu einem Todesfall bei einem schwer kranken Patienten in einem Spital geführt. Aus diesem Grunde hat Gesundheitsminister Stöger bereits Anfang Mai einen dringlichen Appell an den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer gerichtet. Stöger unterstrich die Notwendigkeit eines wirksamen Masernschutzes für Ärztinnen und Ärzte, sowie bei medizinischem Personal. Der Gesundheitsminister hat den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer nachdrücklich ersucht, diese Berufsgruppen auf die Wichtigkeit eines wirksamen Impfschutzes aufmerksam zu machen, sowohl zur eigenen Sicherheit als auch zum Schutz von Patientinnen und Patienten, insbesondere bei Vorliegen von Abwehrschwächen. (28.06.2011)

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