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Soziale Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Schutz vor dem Eintritt und den Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Vom Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung waren im Jahr 2013 in etwa 6,2 Millionen Menschen in Österreich erfasst.

Historisch ist die Unfallversicherung als Ablöse der Dienstgeberhaftpflicht zu sehen – und damit gleichsam die "Haftpflicht-Versicherung" des Dienstgebers bzw. der Dienstgeberin für die DienstnehmerInnen. Das erklärt auch, warum erstens bei unselbständig Erwerbstätigen ausschließlich die DienstgeberInnen Beiträge zahlen und warum zweitens nur solche Unfälle und Krankheiten unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen, die direkt mit der Beschäftigung zusammenhängen.

Selbständig Erwerbstätige zahlen ihre Beiträge selbst. SchülerInnen und Studierende sowie MitgliederInnen von Hilfsorganisationen und LebensretterInnen sind ebenfalls grundsätzlich vom Versicherungsschutz umfasst, und das, ohne eigene Beiträge bezahlen zu müssen.

Wenn somit auch die gesetzliche Unfallversicherung bei Unfällen im privaten Bereich nicht leistungszuständig ist, so gibt es bei derartigen Schicksalsschlägen dennoch Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung, nämlich solche der Kranken- und Pensionsversicherung.

Wer ist wo versichert?

Die Träger der sozialen Unfallversicherung sind die

  • Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA):
    ArbeiterInnen und Angestellte, SchülerInnen und Studierende, selbständig Erwerbstätige in der gewerblichen Wirtschaft, sonstige geschützte Personen (LebensretteInnen), Kindergartenkinder im verpflichtenden Kindergartenjahr
  • Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB):
    Selbständige Land- und Forstwirte/-wirtinnen und ihre mitarbeitenden Angehörigen
  • Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB):
    Beamte und Beamtinnen der ÖBB, Bedienstete der Eisenbahnen und der Wiener Verkehrsbetriebe
  • Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten (BVA):
    Pragmatisierte Beamte und Beamtinnen und Vertragsbedienstete des Bundes, der Länder und Gemeinden (sofern sie nicht einer auf Landesebene eingerichteten Unfallfürsorgeanstalt angehören)

Was leistet die gesetzliche Unfallversicherung?

Die Unfallversicherung trifft Vorsorge für:

  • Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Erste Hilfe bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Unfallheilbehandlung
  • Rehabilitation von Versehrten
  • Entschädigung nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Auszahlung von Renten
  • Zuschüsse für Entgeltfortzahlung
  • Forschung nach den wirksamsten Methoden und Mitteln zur Erfüllung dieser Aufgaben
  • Sonstige Aufgaben im Bereich der arbeitsmedizinischen Betreuung der Versicherten

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung im Jahr 2013:

  • 75 Mio. € für Unfallverhütung, Präventionsberatung und Erste-Hilfe Leistung
  • Leistungen für 177.310 Opfer von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten (inkl. SchülerInnen-Unfälle und Unfälle von Studierenden)
  • 609 Mio. € Rentenauszahlung (Rentenstand 2013: 101.219).
    (6.5.2015)