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Die "Österreichischen Beikostempfehlungen"

Der Grundstein für gesunde Ernährungsgewohnheiten wird bereits im Mutterleib und in der frühen Kindheit gelegt: Ernährungsdefizite, die während der Schwangerschaft und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres erworben werden, lassen sich im späteren Leben nur sehr schwer wieder ausgleichen.

Die "Österreichischen Beikostempfehlungen" stellen Eltern einheitliche und auf den aktuellen Stand der Wissenschaft basierende Informationen zur Einführung von fester Nahrung (Beikost) zur Verfügung.

Die Beikostempfehlungen sind ein Ergebnis des Projekts "Richtig essen von Anfang an!", einer Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und der AGES. Die "Österreichischen Beikostempfehlungen" wurden gemeinsam mit Fachleuten erarbeitet. Die Empfehlung soll Eltern Sicherheit vermitteln.

Die Beikost

In den ersten Lebensmonaten ist ein Baby mit Stillen bzw. Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung) bestens versorgt. Später braucht das Baby jedoch mehr. Die Einführung von fester Nahrung (Beikost) sollte je nach individuellem Entwicklungsstand des Kleinkindes zwischen Beginn des 5. Lebensmonats (17. Woche) und Ende des 6. Lebensmonats (26. Woche) beginnen. Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung bleiben aber auch danach noch eine wichtige Nährstoffquelle.

Keine Angst

Es gibt keine "falsche" Reihenfolge in der Einführung von Beikost, wichtig ist aber, dass diese langsam und Schritt für Schritt erfolgt. Zu Beginn sind gut verfügbare Eisen- und Zinkquellen wie Fleisch und Getreide für die optimale Versorgung wichtig. Bei der Art der Beikost gab es in den vergangenen Jahren eine Trendumkehr.

Wurde bisher von sogenannten allergenen Lebensmittel wie beispielsweise Fisch abgeraten, gilt das nach dem neuen Stand der Erkenntnisse nicht mehr. Grundsätzlich können alle Lebensmittel gegeben werden, auch zum Beispiel Fisch und Eier. Das Allergie-Risiko wird dadurch nicht erhöht. Allergene Lebensmittel zu meiden hat keinen präventiven Effekt.

Auch wann Eltern ihren Kindern Beikost anbieten, ist frei zu entscheiden. Der Zeitpunkt hat keine positiven oder negativen Auswirkungen. Während des ausschließlichen Stillens sind keine zusätzlichen Getränke nötig. Wird mit der Beikost begonnen, kann nach Bedarf Flüssigkeit angeboten werden. Ab dem 10. Monat braucht ein Kind aber regelmäßig Flüssigkeit in Form von Getränken, idealerweise Wasser. Auf manche Lebensmittel und Getränke sollte verzichtet werden. Es gibt Lebensmittel, die für Säuglinge nicht geeignet sind.

Verzicht

Verzichtet werden sollte auf Salz, Zucker, Honig und Süßungsmittel - das gilt vor allem auch bei Getränken. Säuglingen und Kleinkindern sollten auch keine ganzen oder grob gehackten Nüsse und Erdnüsse essen: Diese können eingeatmet werden und in die Lunge geraten. Fein gerieben und vermischt mit Breien stellen sie kein Problem dar.

Ebenfalls verzichten sollte man auf fettreiche Raubfische wie Tunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Hecht - sie können am ehesten mit Schwermetallen belastet sein. Gut eignen sich Saibling, Lachs und Forelle.

Stressfrei

Essen soll kein Stressfaktor werden. Säuglinge sind von Natur aus kritisch gegenüber neuen Lebensmitteln. Wichtig ist, dass ein Kind nicht zum Essen gezwungen wird. Vielmehr sollten Eltern neue Lebensmittel mehrmals anbieten und selbst ein gutes Vorbild sein. Kinder lernen durch Nachahmung, das Essverhalten der Eltern prägt das Essverhalten des Kindes.

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