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Wozu ELGA?

Mit ELGA erhalten BürgerInnen erstmals die Möglichkeit, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr auf ihre eigenen Befunde, Entlassungsbriefe oder Medikationen zuzugreifen.

Zudem erhält die behandelnde Ärztin bzw. Arzt oder ein anderer ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter während einer Behandlung bzw. Betreuung rasch und unkompliziert Vorbefunde, Entlassungsberichte und die aktuelle Medikation seiner Patientinnen und Patienten als unterstützende Entscheidungsgrundlage für weitere Diagnostik und Therapie.

Somit kann ELGA in der medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Behandlung und Betreuung durch einen besseren Informationsfluss unterstützen – vor allem dann, wenn mehrere Gesundheitseinrichtungen oder Berufsgruppen entlang einer Behandlungskette zusammenarbeiten.

NUTZEN VON ELGA

Für Patientinnen und Patienten

  • Erhöhung der Patientensicherheit (E-Medikation)
  • Verbesserung der Behandlungsqualität (Befundbereitstellung)
  • einfacher Zugriff auf eigene Befunde über Internet
  • Steigerung der eigenen Gesundheitskompetenz
  • Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen

Für Spitäler, Ärztinnen und Ärzte, Apotheken und Pflegeeinrichtungen

  • zeitnahe Verfügbarkeit relevanter Informationen (Befunde, Medikationsliste)
  • Vermeidung von möglichen Behandlungsfehlern
  • Organisationsübergreifender Informationsfluss und somit bessere Zusammenarbeit
  • integrierte Prozesse bei Behandlung und Betreuung
  • aus Schnittstellen werden Nahtstellen
  • einheitliche, qualitätsgesicherte Standards

Für Datenschutz und Datensicherheit

  • IT-Sicherheit im Gesundheitswesen wird normiert und hohe Sicherheitsstandards werden vorgeschrieben
  • ELGA-Befunde sind dezentral gespeichert
  • technischer Nachweis des Behandlungsverhältnisses erforderlich
  • Patientinnen und Patienten können Zugriffsrechte selbst bestimmen
  • Zugriffe nur über definiertes Berechtigungssystem
  • Patientinnen und Patienten sehen, wer auf ihre Daten zugegriffen hat

DIE WICHTIGSTEN ECKPUNKTE

  • Freiwilligkeit
    Freiwilligkeit für PatientInnen mittels Widerspruchslösung (opt out) analog Organspende sichergestellt. Für die ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (Spitäler, Ambulanzen, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und Apotheken) sieht das ELGA-Gesetz grundsätzliches "Verwendungsrecht" vor, allerdings müssen definierte Befunde – nämlich Entlassungsbriefe, Labor, Radiologie, Medikamente – verpflichtend gespeichert werden.
  • Datenschutz und Datensicherheit
    ELGA verbessert den Datenschutz für Patientinnen und Patienten sowohl durch technische Maßnahmen als auch durch gesetzliche Vorschriften. So erfolgt der Datentransport ausschließlich in verschlüsselter Form und in speziell für das Gesundheitswesen etablierten sicheren Gesundheitsnetzen. Der Zugriff auf Daten im technischen Bereich ist nur im 4-Augen-Prinzip oder mit vergleichbaren technischen Sicherheitsmaßnahmen gestattet. Des Weiteren dürfen nur berechtigte ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter während eines aufrechten Behandlungsverhältnisses auf die Daten einer Patientin oder eines Patienten zugreifen. Im ELGA-Protokoll können Patientinnen und Patienten jederzeit nachvollziehen, wer wann auf welche ihrer Gesundheitsdaten zugegriffen hat. Darüber hinaus haben sie das Recht auf Verwaltung der eigenen Gesundheitsdaten und die Möglichkeit, sich komplett von ELGA oder von einzelnen ELGA-Funktionen ab- bzw. wieder anzumelden.
  • Usability – Anwenderfreundlichkeit
    ELGA wird auf Basis der aktuellen technischen Möglichkeiten gestartet und schrittweise ausgebaut. Konkrete Maßnahmen stellen die Anwenderfreundlichkeit zu jedem Zeitpunkt sicher. So sind etwa Such- und Filterfunktionen im Gesetz explizit festgeschrieben. Bei Bedarf kann es Testphasen geben. Alle Befunde müssen jedenfalls strengen Qualitätskriterien entsprechen. Das Ziel ist und bleibt eine Verbesserung der Behandlung der PatientInnen.
  • Finanzierung
    Geplant ist eine Anschubfinanzierung für Ärztinnen, Ärzte, Apotheken und Privatkrankenanstalten.
  • Zeitplan
    ELGA startete Anfang 2014 mit dem ELGA-Portal für Patientinnen und Patienten, die bereits ab diesem Zeitpunkt ihre Teilnahmerechte an ELGA ausüben konnten.
    Stufenweise verpflichtende Einführung:
    • ab Ende 2015 ELGA-Betrieb in öffentlichen Spitälern,
    • danach in Kassen-Praxen und Apotheken,
    • gefolgt von den Kassenambulatorien, privaten Krankenanstalten,
    • später auch Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Kassenvertrag.

(21.09.2015)