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Informations- und Frühwarnsystem über besondere Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit Substanzkonsum

Ein österreichweit eingerichtetes Informations- und Frühwarnsystem im Bereich des Drogen- beziehungsweise Substanzkonsums zielt auf die Gewinnung von Informationen über neu aufgetretene Umstände im Zusammenhang mit Substanzkonsum, die möglicherweise mit besonderen Gesundheitsrisiken für die KonsumentInnen verbunden sind.

Dies beinhaltet insbesondere das folgende Spektrum von Informationen:

  • Informationen über neu in Österreich auftretende beziehungsweise konsumierte Substanzen einschließlich biogener Drogen,
  • Informationen über auffällige Verunreinigungen oder sonstige ungewöhnliche Umstände (zum Beispiel hohe Wirkstoffkonzentrationen) bei Substanzen,
  • Informationen über riskante Konsummuster.

Das Informations- und Frühwarnsystem kann seine Aufgabe dadurch erfüllen, dass alle relvanten Behörden, Institutionen und Fachleute eingebunden sind und mit dem System kooperieren. Dazu wurde ein weit reichedes Netzwerk aufgebaut. In diesem Rahmen kooperieren mit dem System: alle mit Drogenfragen befassten Bundesministerien, österreichische Ärztekammer, österreichische Apothekerkammer, Vergiftungsinformationszentrale (VIZ), Hauptverband des Österreichischen Sozialversicherungsträger, einschlägige Forschungsinstitutionen sowie über die Länder-Schnittstellen die Drogen- und Suchtkoordinationnen der Bundesländer und die Landessanitätsdirektionen sowie alle in den Ländern relevanten Stellen (Drogenhilfesystem, Rettungsorganisationen, Notfalleinrichtungen, Spitäler, Amts- und Polizeiärzte, Allgemeinmediziner, Sozialversicherungsträger, Institute für Gerichtsmedizin etc.).

Die SystempartnerInnen melden die einschlägigen Informationen an das System. Zentrale Drehscheibe ist die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) - Geschäftsbereich ÖBIG als REITOX Focal Point der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.

Ziel des Informationssystems ist somit die möglichst rasche Information aller relevanten Stellen über neue oder besondere Wahrnehmungen hinsichtlich Drogen und psychiaktiver Substanzen: neue Substanzen/Drogen, besondere Verunreinigungen oder Reinheitsgrade bei bekannten Substanzen, neue Konsummuster.

GÖG/ÖBIG sichtet die eingegangenen Informationen und leitet sie an die anderen SystempartnerInnen weiter. So ist der Routine-Informationsflusses sicherstellt. Im Rahmen eines  Frühwarnmechanismus berät, wenn die neuen Wahrnehmungen bislang nicht bekannte, besonders gravierende Gesundheitsrisiken erkennen lassen, ein ExpertInnenbeirat über sinnvolle und zweckmäßige Präventionsmaßnahmen. Im Falle von Informationen über besondere Gefahren erfolgen gezielte Warnungen durch das BMG.

Das österreichische Informations- und Frühwarnsystem ist über die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht auch mit dem auf EU-Ebene eingerichteten  System betreffend den Informationsaustausch, die Risikobewertung und die Kontrolle bei neuen psychoaktiven Substanzen vernetzt (Ratsbeschluss 2005/387/JI).

Zusatzinformationen: