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Informationen zu neuen psychoaktiven Substanzen und Drogen

Europaweit sind in den letzten Jahren zunehmend Stoffe mit psychoaktivem Wirkpotenzial aus unterschiedlichen chemischen Substanzklassen im Umlauf, die nicht der internationalen Suchtmittelkontrolle unterliegen. Das zeigen Beobachtungen von EU- und bundesweiten Informations- und Frühwarnsystemen. Allein im Jahr 2011 wurden 49 Substanzen registriert, die erstmals auf dem einschlägigen Markt in Erscheinung getreten sind, so die Ergebnisse der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA - European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction).

Neue Psychoaktive Substanzen sind unter anderem auch bekannt als Research Chemicals, Legal Highs oder Designerdrogen. Bei vielen dieser Substanzen handelt es sich um Forschungschemikalien, oft sind es Abfallprodukte aus der Arzneimittelforschung. Allen Substanzen ist gemein, dass sie vor allem in Labors in Asien zumeist in großem Maßstab produziert werden. Über mögliche Wirkungen, Wechselwirkungen und Gesundheitsrisiken bei ihrem Konsum ist wenig bis gar nichts bekannt.

"Spice" und "Mephedron"

Mediale Aufmerksamkeit erlangten zunächst Erzeugnisse wie "Spice". Diese mit synthetischen Cannabinoiden versetzten Rauchwaren wurden irreführend als sogenannte Räuchermischungen verkauft. Ab 2009 wurden die in "Spice" und ähnlichen Produkten identifizierten Stoffe vom BMG auf Grundlage des Arzneimittelgesetzes verboten. Im August 2010 wurde das synthetische Cathinonderivat "Mephedron" der Suchtgiftverordnung unterstellt.

Zwei Ursachen machen es der Produktion und dem Handel leicht, die internationalen und nationalen Suchtmittelbestimmungen immer wieder zu umgehen: Einerseits die überaus große Anzahl solcher Chemikalien, und andererseits die Möglichkeit, durch Veränderungen an der Molekularstruktur immer wieder neue chemische Verbindungen zu schaffen. Dieser Hintergrund macht es dem Gesetzgeber schwer, gegen diese Besorgnis erregenden Entwicklungen effektiv vorzugehen. Geeignete Lösungen werden EU-weit diskutiert. In Österreich ist als Reaktion auf diese komplexe Situation seit 1.1.2012 das Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz (NPSG) und die Neue-Psychoaktive-Substanzen-Verordnung (NPSV) in Kraft.

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