Hauptinhalt:

FAQ: Primärversorgung Neu

Was ist das Ziel der Primärversorgung Neu?

Mit der Primärversorgung Neu soll die bestehende Form der Primärversorgung durch Hausärztinnen und Hausärzte weiterentwickelt werden. Durch das Zusammenwirken von Ärztinnen und Ärzten und den verschiedenen anderen Gesundheitsberufen soll sie im Vergleich zur heutigen Situation in einer organisatorisch gestärkten Form umfassende Funktionen übernehmen können. So soll sie als stark versorgungswirksame erste, leicht und jederzeit zugängliche Kontaktstelle für alle Menschen mit gesundheitlichen Anliegen und Problemen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig sollen neben ärztlicher Versorgung auch therapeutische Angebote oder Angebote der Gesundheitsförderung zur Verfügung stehen.

Dabei wird von den bestehenden Stärken unseres Gesundheitssystems ausgegangen. Daher soll auch insbesondere die Rolle der Hausärztinnen und Hausärzte und die der Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner gestärkt werden. Sie sollen in Zukunft die Möglichkeiten haben, leichter als bisher mit einem Team zu arbeiten.

zum Seitenanfang

Welche Verbesserungen bringt die Primärversorgung Neu für die Patientinnen und Patienten?

Die Primärversorgung Neu bringt eine Stärkung des Angebots an medizinischer Grundversorgung. Durch längere Öffnungszeiten soll der Zugang zum medizinischen Service ganztägig und auch an Tagesrandzeiten möglich sein. Das soll den Arbeitszeiten der Menschen entgegenkommen und die Ambulanzen im Spital entlasten.

Zudem profitieren die Patientinnen und Patienten von der intensiven Betreuung und optimierten Behandlung: Für den einzelnen Patienten und die einzelne Patientin steht ein ganzes Team aus Ärztinnen und Ärzten und Personen aus verschiedenen Gesundheitsberufen (z. B. Krankenpflege, Therapie, Diätologie, etc.) zur Verfügung.

zum Seitenanfang

Wann starten die neuen Primärversorgungs-Einrichtungen?

Die erste Primärversorgungs-Einrichtung läuft bereits als Pilotversuch in Wien. Weitere sind in Wien und in Oberösterreich (Enns) geplant. Ziel ist es, bis Ende 2016 ein Prozent der Bevölkerung durch die Primärversorgung Neu zu betreuen.

zum Seitenanfang

Was bringt die Primärversorgung Neu für die Ärztinnen und Ärzte?

Die Primärversorgung Neu bringt mehr Zeit für die individuelle Behandlung. Ärztinnen und Ärzte sollen entlastet werden. Daher sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit je nach regionalem Bedarf, MedizinerInnen und Personen aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen in Primärversorgungs-Einrichtungen zusammenarbeiten können. Außerdem soll der Austausch im Team gefördert werden. Wenn Ärztinnen und Ärzte im Team arbeiten, können sie komplizierte Fälle miteinander besprechen.

zum Seitenanfang

Wird die Hausärztin bzw. der Hausarzt jetzt durch die Primärversorgung Neu ersetzt?

Nein. Auf die gute hausärztliche Versorgung können wir in Österreich zu Recht stolz sein. Die Primärversorgung Neu will die Rolle der Hausärzte und Hausärztinnen noch weiter stärken. Das Modell der Primärversorgungs-Einrichtung soll die Ärzteschaft ermutigen, sich in Teams zusammenzuschließen und auch mit Personen aus anderen Gesundheitsberufen zusammenzuarbeiten.

zum Seitenanfang

Ist die Primärversorgung Neu das Ende der klassischen hausärztlichen Einzelpraxis?

Nein, die Einzelpraxis soll nicht abgeschafft werden. Vielmehr soll die Möglichkeit für ein neues umfassendes Versorgungsmodell geschaffen werden. Dabei steht das bedarfsgerechte Angebot für Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt.

zum Seitenanfang

Werden die Hausbesuche der Hausärztinnen und Hausärzte abgeschafft?

Nein. Hausbesuche sind ein wesentliches Element hausärztlicher Versorgung und sollen auch von Primärversorgungs-Einrichtungen angeboten werden.

zum Seitenanfang

Kann ich meine Hausärztin oder meinen Hausarzt auch künftig selbst aussuchen?

Ja. Sie wählen Ihren Arzt oder Ihre Ärztin selbst aus, wie bisher auch. Es ist sehr wichtig, dass Patientinnen und Patienten den Arzt oder die Ärztin ihres Vertrauens selbst aussuchen können.

zum Seitenanfang

Ist es richtig, dass mit der Primärversorgung Neu der Spitalsbereich entlastet werden soll?

Ja, das könnte ein zusätzlicher Effekt der Primärversorgung Neu sein. Die gute Erreichbarkeit der Hausärzteschaft und die umfassende Versorgungsmöglichkeit durch ein Team von Fachleuten sollen unnötige und zeitaufwendige Spitalswege überflüssig machen. Durch einen geringeren Andrang in Spitälern können Patientinnen und Patienten mit akuten Beschwerden rascher behandelt werden und die Wartezeiten für dringende Operationen könnten sich verkürzen.

zum Seitenanfang

Kann garantiert werden, dass die Primärversorgungs-Einrichtungen für die Patientinnen und Patienten in Gehweite sein werden?

Diese Garantie gibt es leider auch für Hausärztinnen und Hausärzte nicht, vor allem nicht in ländlichen Regionen. Garantiert werden kann, dass Primärversorgungs-Einrichtungen längere und flexiblere Öffnungszeiten haben und damit den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten angepasst sind. Die Wohnortnähe der Versorgung und eine gute Verkehrsanbindung sind wichtige Anforderungen für die Frage, wo künftige Primärversorgungs-Einrichtungen aus Sicht der Patientinnen und Patienten Sinn machen.

zum Seitenanfang

Werden die Primärversorgungs-Einrichtungen - wie Ambulanzen - rund um die Uhr den Patientinnen und Patienten offen stehen?

Nein. Jedoch sollen Primärversorgungs-Einrichtungen je nach regionalem Bedarf von früh bis abends geöffnet sein.

zum Seitenanfang

Arbeiten in Primärversorgungs-Einrichtungen Kassen- oder Wahlärztinnen und -ärzte?

Primärversorgungs-Einrichtungen sollen die öffentliche Gesundheitsversorgung verbessern. Es wird sie daher nur mit einem Kassenvertrag geben. Für Patientinnen und Patienten sollen keine zusätzlichen Kosten entstehen.

zum Seitenanfang

Ich möchte nicht vom Team meines Hausarztes oder meiner Hausärztin behandelt werden. Kann ich mir die Fachärztinnen und Fachärzte auch weiterhin selbst aussuchen?

Mit der Stärkung der Primärversorgung Neu ändert sich nichts am Zugang zu anderen Versorgungsebenen, also zu Fachärztinnen und Fachärzten oder auch zu Spitälern.

(Grafiken: Mathias Enter, Fotolia)

zum Seitenanfang

Zusatzinformationen: