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Veranstaltungen

Pressekonferenz im Rahmen der Impfwoche: Wege zur Masern-Elimination

Ort: Wien, Pressezentrum bmwfw

Datum: 22.04.2015

Anzahl: 5 Bilder

Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten im BMG: "Mit der Kampagne "Masern sind kein Kinderspiel!" im Jahr 2014 konnten wir die Anzahl der ausgelieferten kostenfreien Masernimpfstoffe von 2013 auf 2014 um 23 Prozent steigern. Dennoch ist das Ziel, Masern und Röteln bis Ende 2015 auszurotten, nach wie vor nicht erreicht. Wir werden alles daran setzen, das Risiko von Masernausbrüchen in Österreich weiter zu reduzieren. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der WHO Masern und Röteln in Europa auszurotten. Wir werden unsere Ressourcen bündeln und noch enger mit allen Verantwortlichen zusammenarbeiten: mit den Gesundheitsbehörden der Bundesländer, den Gesundheitsberufen sowie der Bevölkerung."

Vor allem in Gesundheitseinrichtungen müsse künftig viel effizienter darauf geachtet werden, dass ungeimpftes Personal keine gefährliche Infektionsquelle für ungeschützte PatientInnen darstellen, wie es auch im Rahmen der letzten Masernausbrüche wiederholt der Fall war, betonte Rendi‐Wagner. 

Mark Muscat (WHO): "In der Europäischen Region der WHO wurden im vergangenen Jahr 16.156 Fälle registriert. Das ist zwar ein Rückgang der Fälle um 50 Prozent im Vergleich zu 2013 (etwas mehr als 32.000 Fälle), dennoch gibt es nach wie vor in einigen Ländern große Ausbrüche. Mehr als 40 Prozent der Betroffenen sind 20 Jahre oder älter. Leider arbeiten viele von ihnen im Gesundheitsbereich, wo wir uns mehr Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Impfschutzes erwarten würden. Patientinnen und Patienten vertrauen darauf, dass sie in Gesundheitseinrichtungen nicht angesteckt werden."

Abigail Shefer (WHO): "Masern können ausgerottet werden. Wir müssen gezielt die Impflücken in der Bevölkerung schließen, auf die strikte Einhaltung der Meldepflicht und eine ausführliche Dokumentation achten. Die Erkrankungen müssen möglichst schnell erfasst werden, um sofort nötige Reaktionen und Maßnahmen zur Kontrolle einzuleiten". Wichtig sei vor allem auch die Kommunikation mit dem Gesundheitspersonal und evidenzbasierte Information.

Günter Pfaff, Mitglied der Europäischen Regionalen Verifizierungskommission für die Eliminierung von Masern und Röteln beim WHO Regionalbüro Europa: "Vor allem Personen, die im Gesundheitsbereich oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, müssen ausreichend geimpft sein. Sie selbst tragen die persönliche Verantwortung, dass sie nicht angesteckt werden und die ihnen anvertrauten Personen nicht anstecken und gefährden." Er führt die aktuellen Masernausbrüche auch darauf zurück, dass vor 20-­30 Jahren die Durchimpfungsrate relativ gering war und daher viele Erwachsene heute keinen Impfschutz haben.

Zwischen 1. Jänner und 8. April 2015 wurden in Österreich 122 Masernfälle gemeldet. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2014 mit 117 Fällen. Bei einer konsequent hohen Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 95 Prozent könnte die Virusübertragung gestoppt und der Masernvirus ausgerottet werden.  

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