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Krankengeld für Selbständige, Bilder Gaisbauer/BMG

Krankengeld für Selbstständige

Seit 1.1.2013 erhalten selbstständig Erwerbstätige bei lang andauernder Krankheit eine finanzielle Unterstützung.

Schwere Erkrankungen und die damit einhergehende Arbeitsunfähigkeit kann für selbstständig Erwerbstätige zu einer existenzbedrohenden Situation führen. Besonders gefährdet sind EinzelpersonenunternehmerInnen sowie InhaberInnen von Betrieben mit wenigen MitarbeiterInnen. Daher erhalten selbständig Erwerbstätige bei längeren krankheitsbedingten Ausfällen Krankengeld.

Voraussetzungen für den Bezug des Krankengeldes:

  • Krankenversicherung nach dem GSVG aufgrund selbständiger Erwerbstätigkeit;
  • Beschäftigung von regelmäßig weniger als 25 Personen (auch Teilzeitkräfte) oder Ein-Personen-Unternehmen;
  • Abhängigkeit der Aufrechterhaltung des Betriebes von der persönlichen Arbeitsleistung der erkrankten Person.

Anspruchsdauer:

  • Der Anspruch besteht ab dem 43. Tag einer von einem Arzt oder einer Ärztin festgestellten Arbeitsunfähigkeit.
  • Als Bezugshöchstdauer für ein und dieselbe Krankheit sind maximal 20 Wochen vorgesehen. Werden Sie innerhalb von 26 Wochen neuerlich krank und es handelt sich um dieselbe Krankheit, so können Sie – sofern die Höchstbezugsdauer von 20 Wochen noch nicht überschritten wurde – Unterstützungsleistungen für die noch verbliebene Zeit beanspruchen.
  • Grundsätzlich endet die Unterstützungsleistung mit Ende der Arbeitsunfähigkeit.
  • Wurde die Unterstützungsleistung 20 Wochen lang bezogen, so müssen Sie danach mindestens 26 Wochen in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein, um einen neuerlichen Anspruch zu erwerben.

BEISPIEL:

Frau Mayer ist selbstständig erwerbstätig und bietet Programmierleistungen an. Eines Morgens kommt sie wegen starker Kreuzschmerzen nicht mehr aus dem Bett. Der Arzt diagnostiziert eine starke Bewegungseinschränkung durch die Abnützung einiger Wirbelgelenke und verschreibt Frau Mayer physiotherapeutische Maßnahmen und eine Schmerztherapie.

Da die Schmerzen jedoch andauern und längeres Sitzen vor dem Computer nicht möglich ist, bleibt Frau Mayer länger arbeitsunfähig. Ab dem 43. Tag erhält sie die Unterstützungsleistung von der SVA. Zehn Wochen danach wird die Genesung festgestellt und die Unterstützungsleistung eingestellt.

15 Wochen später putzt Frau Mayer ihre Fenster und hat nach einer schnellen Drehbewegung nochmals akute Probleme mit dem Rücken. Jetzt hat Frau Mayer die Möglichkeit, nochmals für maximal zehn Wochen die Unterstützungsleistung zu beanspruchen.

Anspruchshöhe:

  • Die Höhe der Unterstützungsleistung ist mit 27,73 Euro pro Tag (Wert 2013) festgelegt und wird jährlich valorisiert. Bei einer Bezugsdauer von 20 Wochen kann die Leistung daher in Summe bis zu 3.882,20 Euro betragen.
  • Die erkrankte Person kann parallel zum Krankengeld Leistungen aus einer Zusatzversicherung beziehen.

Beantragung:

  • Krankmeldung:
    Das Krankengeld ist bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) zu beantragen. Dafür benötigen Sie das Formular "Krankmeldung" – dieses erhalten Sie bei Ihrem SVA-Vertragsarzt oder Vertragsärztin.
  • Fristen:
    • Das Formular "Krankmeldung" muss innerhalb von vier Wochen ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit von der Ärztin oder vom Arzt bestätigt werden. Danach haben Sie weitere zwei Wochen Zeit (bis zum 42. Tag), um das Formular bei der SVA einzureichen.
    • Bei länger andauernder Krankheit ist die Arbeitsunfähigkeit 14-tägig von der Ärztin oder vom Arzt zu bestätigen und jeweils innerhalb von einer Woche bei der SVA zu melden.
    • Wird der Antrag auf Unterstützungsleistung nicht fristgerecht gestellt, so besteht der Leistungsanspruch erst ab dem Tag nach dem Einlangen des Antrages bei der SVA. (22.05.2013)