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ERNÄHRUNG KANN WAS – schon kleine Schritte bringen Erfolge

Bild von einem Teller mit Obst und Gemüse

Die Ernährung der ÖsterreicherInnen ist verbesserungswürdig. Es wird zu fett und zu salzig gegessen, Kinder essen zu viel Süßes und wir alle zu wenig Ballaststoffe. Fehl- und Überernährung haben vielerlei Ursachen. Die Verhältnisse (Zugang zu gesunder Ernährung, Angebotsverbesserungen, Rezepturen von Produkten etc.) und das eigene Verhalten spielen hier gleichermaßen eine Rolle. Es muss daher auf mehreren Ebenen angesetzt werden. Ein wesentlicher Punkt ist jedenfalls Ernährungsbildung, am besten spielerisch und partizipativ, damit nachhaltig Ernährungskompetenz vermittelt wird. Die Infokampagne „ERNÄHRUNG KANN WAS – schon kleine Schritte bringen Erfolge“ ist ein Baustein auf diesem Weg.

Die Kampagne soll Lust auf gesundes Essen machen und vermitteln, dass es für Jede und Jeden zu schaffen ist. Wir möchten aufzeigen, wie einfache Änderungen im Essalltag gelingen und motivieren, am besten gleich heute damit anzufangen. Es bedarf dazu keiner exotischen Produkte oder teurer Hilfsmittel. Es bedarf keiner speziellen Diät und es gibt auch keine strengen Verbote.

Es wurden für die Kampagne vier Themen gewählt, wo die Defizite in Österreich groß sind: Obst und Gemüse, Milchprodukte, Alkohol und die „richtige Aufteilung“ am Teller.

1. Obst & Gemüse

Bild von einer Familie beim Essen

Die von der WHO und vielen Ernährungsgesellschaften empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag werden von den ÖsterreicherInnen gerade mal zur Hälfte erfüllt. Gleiches gilt für Getreideprodukte und stärkereiche Lebensmittel. Jede/r zweite Österreicher/in kennt die Aktion „5x am Tag“. Bemüht, sie umzusetzen, ist aber nur jede/r Fünfte. „Bemüht“ wiederum bedeutet, dass der Anteil derer, die es tatsächlich umsetzen, noch geringer ist.

2. Milchprodukte

Bild von einem Glas Milch

Männer verzehren nur die Hälfte der empfohlenen Menge pro Tag, Frauen immerhin fast zwei Drittel.

Milch- und Milchprodukte sind in unseren Breiten die wichtigsten Kalziumlieferanten. Kalziummangel gilt als ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung von Osteoporose. Im Schnitt erkrankt jede dritte Frau und jeder sechste Mann jenseits der 50 an Osteoporose. Das damit einhergehende höhere Risiko für Knochenbrüche stellt auch ein volkswirtschaftliches Problem dar. Laut Österreichischer Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie betragen die Kosten der medizinischen Versorgung (OP und Spitalsaufenthalt) einer Oberschenkelhalsfraktur aktuell etwa 12.500 Euro. Bei 14.000 Schenkelhalsfrakturen jährlich in Österreich resultieren daraus Kosten von 175 Millionen Euro pro Jahr. Bei entsprechender Kalziumzufuhr wären viele dieser Verletzungen und somit Kosten für das Gesundheitssystem vermeidbar.

3. Alkohol

Bild von einem Kalender auf dem Alkoholfreie Tage eingetragen sind

Exzessiver Alkoholkonsum und Alkoholismus sind in Österreich Gesundheitsrisiken ersten Ranges. 11 % der erwachsenen ÖsterreicherInnen konsumieren Alkoholmengen, die ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Weitere 18 % der erwachsenen ÖsterreicherInnen konsumieren Alkoholmengen, die für die Gesundheit bedenklich sind. Das sind zusammen rund ein Drittel der Bevölkerung. Vergleicht man die Getränkewahl der ÖsterreicherInnen mit dem Body Mass Index (BMI), zeigt sich, dass mit dem Alkoholkonsum der BMI steigt.

4. Die richtige Verteilung am Teller

Bild von Reis, Erbsen und Fleisch zu drei gleichen Teilen auf einem Teller

Die „Drittellösung“ am Teller hilft bei den „klassischen Mahlzeiten“, die Ernährungsempfehlungen umzusetzen. Zumindest ein Drittel des Tellers soll für Gemüse reserviert sein, ein weiteres Drittel für eine stärkehältige Beilage (Reis, Nudeln, Erdäpfel). So bleibt auch für die Eiweißlieferanten Fleisch bzw. Fisch oder auch einmal Hülsenfrüchte genug Platz übrig. Derzeit sieht’s bei den meisten noch so aus, dass die Fleischportion zu groß und die Gemüseportion zu klein ist.

Fast die Hälfte der „verlorenen Lebensjahre in Gesundheit“ entfallen auf Erkrankungen, bei denen die Ernährung eine wesentliche Rolle spielt. Interventionen und Investitionen in diesem Bereich zahlen sich doppelt und dreifach aus. Daher auch diese Ernährungskampagne des BMG.

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist möglich, bedeutet keinen Verzicht, ist genussvoll und – was ganz wesentlich ist - vor allem im Alltag auch umsetzbar – dies soll durch diese Kampagne witzig und in einfach zu merkenden Botschaften, mit Tipps und Anregungen, vermittelt werden.

Der Einfluss des Lebensstils auf die Gesundheit ist enorm. Personen, die sich gesund ernähren, einen BMI von unter 30 haben, nicht rauchen und sich regelmäßig bewegen (mindestens 3,5 Stunden in der Woche), haben ein deutlich geringeres Risiko, an Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs zu erkranken - Erkrankungen, die mit enormem individuellen Leid und beträchtlichen Kosten für das Gesundheitssystem verbunden sind. Nur jede/r Zehnte hat einen solchen gesunden Lebensstil – hier liegt also noch viel Arbeit vor uns. Eine Arbeit aber, die sich lohnt, denn neun von zehn Diabetesfällen, acht von zehn Herzinfarkten, jeder zweite Schlaganfall und jeder dritte Krebsfall wären grundsätzlich vermeidbar! Jeder einzelne Lebensstilfaktor für sich bringt schon eine Risikosenkung, kombiniert kommt es zu einer Potenzierung des Effekts.