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Papageien

Hinweis - Meldepflicht

Für Papageien besteht Meldepflicht innerhalb von 14 Tagen bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Anzugeben sind:

  • Name,
  • Anschrift der Halterin oder des Halters,
  • Art und Höchstzahl der gehaltenen Tiere

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Abstammung

Papageien werden zoologisch der Ordnung der Psittaciformes (Papageienvögel) zugeteilt. Sie sind nicht domestizierte Wildtiere (Ausnahmen sind Wellensittiche und Nymphensittiche).

Bereits in der Antike wurden Papageienarten wie der Graupapagei und der Halsbandsittich als Haustiere gehalten. Im Mittelalter galten Papageien als Luxus und wurden bei Hofe als Zeichen des Reichtums gehalten. Es kamen nun immer mehr Papageien nach Europa und das Interesse an den bunten Vögeln stieg stetig. Als PapageienzüchterInnen erste Erfolge hatten, wurde die Zucht rasch konventionell betrieben und somit Papageienhaltung leistbar. Durch die Zerstörung ihres Lebensraumes sowie das Abfangen der Vögel für die Heimtierhaltung wurden bereits manche Arten ausgerottet, andere Arten stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten und dürfen nicht mehr gefangen und gehandelt werden.

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Anschaffung

Einzelhaltung ist nicht erlaubt!

Papageien sind hochsoziale Tiere die in der freien Natur niemals alleine leben, sondern in Einehe mit einem Artgenossen oder in einem Schwarm (z.B. Wellen- und Nymphensittiche, Graupapageien). Richtig wohl fühlen sie sich nur in einer Gruppe von Artgenossen. Der Mensch kann den Vogelpartner auch bei besten Haltebedingungen nicht ersetzen.

Überlegungen vor der Anschaffung:

  • Papageien sind laute Tier: In den Morgenstunden (Sonnenaufgang) und am Abend sind Papageien gerne besonders laut (vor allem Amazonen, südamerikanische Sittiche, Edelpapageien und Kakadus).
  • Papageien nagen gerne: Sie benötigen regelmäßig frische Äste und Holzspielzeug, nützen aber auch gerne den Freiflug, um an Türen und Möbeln zu nagen.
  • Papageien sind sehr pflegeintensiv: Durch ihre Vorliebe zum Nagen, ihren verschwenderischen Umgang mit Futter und ihr häufiges Koten sind Papageien sehr pflegeintensiv. Auf den von Papageien produzierten Federnstaub können manche Menschen allergisch reagieren.
  • Papageien brauchen Platz: Da ein Käfig in der Regel nicht ausreicht, benötigt es viel Platz für eine Voliere. Papageien wollen sich bewegen, die Flügel spreizen und auch mal flattern. Der tägliche Freiflug ist deshalb ein absolutes Muss.
  • Papageien werden nicht immer zahm: Sie haben eine ausgeprägte Persönlichkeit. Zu manchen Menschen entwickeln sie eine Bindung, andere werden abgelehnt (möglicherweise sogar attackiert). Nur ein Bruchteil der Papageien lernt sprechen, viele bleiben ein Leben lang scheu.
  • Papageien werden sehr alt: Mit einer Lebenserwartung von bis zu 80 Jahren sind Papageien eine Anschaffung für ein ganzes Leben. Eine Kaufentscheidung bedeutet eine jahrzehntelange Verantwortung.

Bitte schaffen Sie Papageien niemals aus folgenden Gründen an:

  • Kinderspielzeug
  • Geschenk
  • PartnerInnenersatz
  • exotischer Aufputz für ihre Wohnung oder ihr Haus, Lokal, Geschäft, Hotel etc.

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Haltung

Platzbedarf

  • Papageienarten mit 15-25 cm Gesamtlänge brauchen eine Mindestkäfiggröße von 2 x 1 x 1m (L x B x H) und einen Schutzraum von 1 m² Grundfläche und 1 m Höhe.
  • Papageienarten mit 25-40 cm Gesamtlänge brauchen eine Mindestkäfiggröße von 3 x 2 x 2 m (L x B x H) und einen Schutzraum von 1 m² Grundfläche und 2m Höhe.

Die Vögel können sowohl in einer Außen-, als auch in einer Innenvoliere gehalten werden. Die angegebenen Maße gelten für die gesetzlich vorgeschriebene paarweise Unterbringung. Die Einzelhaltung dieser geselligen Vögel ist grundsätzlich nicht erlaubt. (Ausgenommen sind kranke oder nachweislich unverträgliche Vögel). Der auf den Menschen fehlgeprägte „sprechende“ Papagei in Einzelhaltung widerspricht somit dem Tierschutzgesetz.

Die Vergitterung der Volieren/Käfige muss aus Querstreben bestehen. Um dem ausgeprägten Neugier- und Erkundungsverhalten dieser Vögel Rechnung zu tragen, ist es essentiell, den Käfig bzw. die Voliere abwechslungsreich zu gestalten und auch regelmäßig umzugestalten. Es müssen häufig frische Zweige und Äste, sowie andere Spielzeuge aus Holz, Seil oder anderen Naturmaterialien angeboten werden.

Der verpflichtende Schutzraum muss beleuchtet und trocken sein und der Boden muss mit Sand, Hobelspänen oder ähnlichem Material bedeckt sein. Die Temperatur im Schutzraum darf, je nach Art nicht unter 10°C bzw. 15°C fallen. Außerdem müssen sowohl im Käfig bzw. der Voliere, als auch im Schutzraum mindestens zwei Sitzstangen aus Holz angebracht werden.

Den Tieren muss eine Bademöglichkeit zur Verfügung stehen. Arten, die nicht baden, müssen mindestens zweimal pro Woche mit Wasser besprüht werden.

Papageien dürfen nicht angekettet oder auf einem Bügel gehalten werden.

Täglicher Freiflug in einem vogelsicheren Raum

In Käfigen gehaltene Papageien brauchen täglich mindestens zwei Stunden Freiflug in einem für sie sicheren Raum. Folgende Sicherheitshinweise sind zu beachten:

  • Fenster und Türen geschlossen halten, auch nicht kippen
  • Betreten und Verlassen des Raumes ohne hektische Bewegungen
  • Vorhänge vor Fensterscheiben ziehen, Spiegel abdecken
  • Kein offenes Feuer (Kamin, Kerzen), keine heißen Herdplatten, Kochtöpfe, Lampen
  • Chemikalien, Medikamente, Alkohol oder giftige Zimmerpflanzen dürfen nicht herumstehen.

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Ernährung

Die Ernährung von Papageien hat bei der Haltung eine besondere Bedeutung. Obwohl man bisher von vielen Arten nicht genau weiß, was sie in der freien Natur fressen, wird aufgrund immer neuer Erkenntnisse die Nahrung optimiert um Mangelerscheinungen entgegenzuwirken.

In der Regel kann man je nach Art zwischen zwei und vier Esslöffel handelsübliches Körnerfutter geben. Besser ist es natürlich, wenn man das Körnerfutter selbst zusammenstellt, da viele Sonnenblumenkerne und Erdnüsse zu fett für Papageien sind. Das Futter sollte aus Sämereien, Grünfutter, Obst, Gemüse und bei Bedarf auch aus tierischem Eiweiß bestehen, gegebenenfalls auch Mineralfutter. Bei mehr als einem Paar muss mehr als eine Futterstelle eingerichtet werden. Zur Unterstützung der Verdauung sollte man den Tieren täglich Vogelgrit anbieten. Neben dem Körnerfutter ist es wichtig, den Tieren täglich frisches Obst und Gemüse anzubieten. Damit nehmen sie Vitamine und Mineralien auf. Am besten eignen sich Äpfel, Birnen, Möhren, Gurken oder junger Mais. Außerdem mögen viele Papageien auch Grünfutter wie Kresse, Vogelmiere oder Löwenzahn. In der Brutzeit benötigen Papageien auch tierisches Eiweiß, wie etwa Topfen, Joghurt oder auch hartgekochte Eier. Täglich frisches Wasser ist unumgänglich.

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Gesundheit und Pflege

Bei geringsten Anzeichen von Gesundheitsstörungen (aufgeplustertes Gefieder, Augenausfluss, Niesen, Durchfall, vermehrte Unruhe oder Juckreiz, vergrößerter Kropf) ist die Tierärztin bzw. der Tierarzt aufzusuchen. Um die Gesundheit der Tiere zu wahren, sollten folgende Reinigungsvorgänge regelmäßig stattfinden:

Täglich

  • Futterreste entfernen,
  • Käfigboden, Futter- und Trinknäpfe säubern,
  • frisches Futter und Trinkwasser geben,
  • Badehäuschen reinigen und mit frischem Wasser füllen,
  • das Funktionieren des Futterautomaten prüfen;
  • Ringe kontrollieren, bei Gefahr des Einwachsens vorsichtig entfernen;

Wöchentlich

  • Käfig einschließlich Käfigboden, Sitzstangen und Ästen säubern
  • sowie den Sand erneuern

Monatlich

  • Krallenlänge überprüfen, bei übermäßigem Längenwachstum der Krallen und des Schnabels infolge unzureichender Abreibung ist das Kürzen durch eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt erforderlich.

Die angegebenen Pflegehinweise verstehen sich als Richtwerte. Bei stärkerer Verschmutzung ist natürlich häufiger zu reinigen.

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Zusatzinformationen: