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Frauengesundheit in Österreich

Allgemeine Information

Das biologische Geschlecht und "Gender" als die soziale Geschlechterrolle bestimmen wesentlich die Gesundheit von Frauen und Männern. Der Gesundheitszustand, das Risikoverhalten, die Wahrnehmung von Gesundheit, Krankheit und Behinderung sowie der Zugang zu medizinischen und öffentlichen Gesundheitseinrichtungen werden von Frauen und Männern auf unterschiedliche Weise erlebt. Zahlreiche nationale und internationale Untersuchungen weisen darauf hin, dass Frauen bei gleichen Symptomen wie Männer oft nicht gendergerecht behandelt werden.

Besondere Prioritäten weisen folgende Bereiche in der Frauengesundheit auf:

  1. Bereiche, wo die Mortalität bei Frauen höher ist als bei Männern, wie z.B. cardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs
  2. Bereiche, die ausschließlich Frauen betreffen, wie z.B. Reproduktive Gesundheit, Brustkrebs, Cervixkrebs
  3. Bereiche, wo die Morbidität bei Frauen höher ist als bei Männern, wie z.B. rheumatische Arthritis und Anämie
  4. Bereiche, die sich bei Frauen und Männern unterschiedlich manifestieren, was vor allem auf die psychische Erkrankung zutrifft, wie z.B. Depression, Angst, Essstörungen

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

International stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter den Todesursachen der meisten industrialisierten Länder an erster Stelle. Die in Österreich vom Ludwig Boltzmann Institut für kardiologische Geschlechterforschung an der Universitätsklinik Innsbruck durchgeführten kardiologischen Studien bestätigen die internationalen Trends und zeigen, dass sich Frauen von Männern in der Symptompräsentation wesentlich unterscheiden, dass sie dadurch eine höhere Mortalität bei Herzinfarkten und Herzoperationen haben.

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Krebs

Krebs stellt in Österreich die zweithäufigste Todesursache dar. Etwa jeder vierte Mensch ist im Laufe seines Lebens mit der Diagnose Krebs konfrontiert.

Der Onkologiebeirat hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit ein nationales Krebsrahmenprogramm ausgearbeitet, das in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt werden soll.

Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist der Brustkrebs. Pro Jahr wird er in Österreich bei rund 5.000 Frauen diagnostiziert. Drei Viertel sind älter als 50 Jahre. Die Frauen sind im Durchschnitt bei der Diagnose 63 Jahre alt. In Österreich wurde im Jänner 2014 ein qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs eingeführt. Dieses ersetzt alle Mammographie-Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs vor 2014. Ziel ist es, Brustkrebs früh zu entdecken um ihn mit bestmöglichem Erfolg behandeln zu können (siehe http://frueh-erkennen.at/).

Gebärmutterhalskrebs stellt weltweit die vierthäufigste Krebserkrankung als auch Krebstodesursache bei Frauen dar. In der Altersgruppe der 15-44 Jährigen ist das Zervixkarzinom sowohl die zweithäufigste Krebserkrankung als die auch zweithäufigste Krebstodesursache. Die HPV-Impfung ist eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen Krebs, die Aufnahme in das Kinderimpfprogramm ein Meilenstein.

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Gesundheit von Frauen und Mädchen in unterschiedlichen Lebensphasen

Medizinische, psychologische und soziologische Forschungsansätze gehen davon aus, dass sich das Leben der Frau in Phasen vollzieht, die das Gesundheits- und Krankheitsgeschehen in unterschiedlicher Weise prägen. In jeder Phase fallen markante physiologische Ereignisse an und bringen unterschiedliche Veränderungsprozesse und Anpassungsleistungen mit sich.

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Sexuelle und reproduktive Gesundheit

Die Konzepte der sexuellen und reproduktiven Gesundheit gehen weit über das medizinische Krankheitsmodell hinaus. Im Mittelpunkt stehen Aspekte der Gesundheitsförderung, wie etwa die Ermöglichung eines befriedigenden Sexuallebens, Respekt vor und Schutz von sexuellen Rechten und Entscheidungsfreiheit. Weitere wichtige Gesichtspunkte der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sind die Verwendung von Kontrazeptiva, Notfallkontrazeption, Schwangerschaftsabbruch, In-vitro-Fertilisation und Pränataldiagnostik.

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Gesundes Alter(n)

Frauen sind mit mehr und länger dauernden grundlegenden Veränderungen bzw. Verlusten lebensbestimmender Aufgaben und Beziehungen konfrontiert, wie z.B. die Pflege des Partners oder kranker und/oder alter Familienmitglieder. Durch die längere Lebenserwartung sind Frauen häufiger mit der Bewältigung des Partnerverlusts und der Problematik der eigenen Pflege konfrontiert. Ältere Frauen leiden häufiger an chronischen Krankheiten als Männer, wobei die Betroffenheit mit dem Alter steigt. Multimorbidität (Osteoporose, Harninkontinenz, etc.) im höheren Alter betrifft besonders Frauen.

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Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das als Ausdruck der bestehenden Geschlechterverhältnisse zu verstehen ist und in vielen Ausprägungen körperlicher, sexualisierter oder seelischer Gewalt auftritt. Gewalt gehört zu den größten Gesundheitsrisiken von Frauen. Untersuchungen belegen, dass rund 40 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 16-85 Jahren körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen gemacht haben. Überwiegend handelt es sich dabei um häusliche Gewalt.

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Zugang von Frauen zum Gesundheitssystem: soziale, sprachliche und kulturelle Barrieren

Barrieren für Frauen im Zugang zum Gesundheitssystem können z.B. Armut und soziale Benachteiligung sein, wie sie etwa Alleinerzieherinnen erfahren: Die Hälfte von ihnen ist von Armut bedroht - dies hat langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch sprachliche und kulturelle Barrieren können den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschweren.

Für viele Migrantinnen und Asylwerberinnen ist der Zugang zu einer reglementierten Gesundheitsversorgung schwierig. Die Dreifachbelastung von Migrantinnen auf Grund der Diskriminierung als Minoritätsangehörige, auf Grund der beruflichen Benachteiligung und auf Grund geschlechtsspezifischer ungleicher Arbeitsteilung in der Familie führt häufig zu einer Potenzierung von Gesundheitsrisiken.

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Geschlechterspezifische Prävention und Gesundheitsförderung

Obwohl geschlechterspezifisches gesundheitsbezogenes Risikoverhalten eine gut dokumentierte Tatsache ist und Wissen über die Notwendigkeit geschlechtersensibler Präventionsansätze zwar vorhanden ist, werden Geschlechtsunterschiede in den meisten Präventions- und Gesundheitsförderungsprojekten noch zu wenig berücksichtigt. Trotzdem wurde bereits versucht zumindest in einigen Bereichen Ansätze für Präventionsmaßnahmen zu treffen:

  • Essstörungen und Ernährungsverhalten
  • Gewalt Psychische Gesundheitsförderung
  • Geschlechtersensible Suchtprävention
  • Prävention im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit
  • Pflegeprävention

Eine zentrale Rolle in der frauengesundheitsspezifischen Prävention und Gesundheitsförderung übernehmen die Frauengesundheitszentren in Österrreich. Diese spezialisierten Einrichtungen für Frauen gibt es seit 1992.

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Früherkennung durch Vorsorgeuntersuchungen

Seit 1974 ist es für alle Österreicher/innen ab dem 19. Lebensjahr möglich, eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung, die als Gesundenuntersuchung bekannt ist, in Anspruch zu nehmen.

Die Vorsorgeuntersuchung „Neu" aus dem Jahre 2005 als Vorsorge-Früherkennungs-Programm über die Lebenszeit (ab dem 19. Lebensjahr) umfasst ein Basisprogramm und ein gynäkologisches Zusatzangebot, welches auf den jeweiligen Lebensabschnitt von Frauen abgestimmt ist. Dabei wurde das Angebot der Vorsorgeuntersuchung erweitert und modernisiert und die modernen lebensstilbezogenen Erkenntnisse einbezogen. Die Erweiterung der Darmkrebsvorsorge für Menschen über 50 Jahre sowie die Früherkennung von Hör- oder Sehschäden stellen weitere Schwerpunkte in der Vorsorgeuntersuchung "Neu" dar.

Die frauenspezifischen Vorsorgeuntersuchungen im Bereich der Karzinome beziehen sich auf die Untersuchung zur Früherkennung von Zervixkarzinom (Gebärmutterhals-Krebs) sowie zur Früherkennung des Brustkrebses, durch das Screeningverfahren der Mammographie. Das neue kostenlose Brustkrebs-Früherkennungsprogramm "früh erkennen" startete im Jänner 2014. Auf der Website http://www.frueh-erkennen.at/ können Sie sich über die wichtigsten Neuerungen informieren.

Für die Früherkennung des Zervixkarzinoms ist ein jährlicher PAP-Abstrich für Frauen ab dem 18. Lebensjahr die sicherste Methode.

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Krankheiten, die nur Frauen betreffen

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Krankheiten, die bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern

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Krankheiten, die sich bei Frauen durch andere Symptome äußern als bei Männern

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Infoportale für spezielle Zielgruppen

(10.11.2014)

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