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FAQ: "Neue Grippe" A/H1N1

 

Was ist die „Neue Grippe“? Was sind Krankheitszeichen der „Neuen Grippe“?

Es handelt sich um eine akute Virusinfektion der Atemwege, deren Besonderheit darin besteht, dass das auslösende Virus für das menschliche Immunsystem neu und aus diesem Grund sehr ansteckend ist.
Die Symptome der Neuen Grippe sind ähnlich wie bei einer herkömmlichen saisonalen Grippe:
  •  Plötzlich beginnendes Krankheitsgefühl mit Fieber (über 38 Grad C)
  •  Zwei oder mehr der folgenden Symptome:
    •  Husten 
    •  Halsschmerzen und Schnupfen 
    •  Muskel- Glieder- oder Kopfschmerzen
    •  Erbrechen oder Durchfall

Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome) beträgt ein bis vier Tage nach dem Kontakt mit einer erkrankten Person.

 

Wie lange dauert die Erkrankung?

Wenn die Erkrankung komplikationslos verläuft und die Patientin/der Patient die ärztlichen Ratschläge befolgt, so ist sie/er in der Regel nach sieben Tagen wieder gesund bzw. arbeitsfähig. Die Patientin/der Patient sollte vor der Wiederaufnahme der  beruflichen Tätigkeit die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt telefonisch informieren und mit ihr/ihm besprechen, ob eine abschließende Untersuchung notwendig  ist.
 

Können bei der Krankheit Komplikationen auftreten oder kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen?

Bisher verläuft die Neue Grippe überwiegend mild. Schwere Verläufe und das Auftreten von Komplikationen sind selten, aber dennoch möglich. Wenn eine Patientin bzw. ein Patient mit Grippe zu Hause betreut wird und sich der Zustand verschlechtert, muss rasch telefonisch Kontakt mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt aufgenommen werden und ein Hausbesuch (in schweren Fällen eine Krankenhauseinweisung) organisiert werden.
 

Was macht die Neue Grippe zur Pandemie?

Von einer Pandemie spricht man dann, wenn eine Erkrankung weltweit auftritt. Im Fall dieser Influenzapandemie ist ein neuartiger Virusstamm entstanden, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist und gegen den die Bevölkerung noch so gut wie keine Immunabwehr hat. Aus diesem Grund kann sich die neue Grippe gut verbreiten. Grippepandemien gab es im letzten Jahrhundert in den Jahren 1918, 1957 und 1968.

 

 

Wie gut ist Österreich auf die Pandemie vorbereitet?

Das Gesundheitsministerium und die zuständigen Behörden bereiten sich unter Einbeziehung zahlreicher Expertinnen und Experten schon seit mehreren Jahren auf den Ausbruch einer Pandemie vor. Bereits 2005 wurde ein Influenza Pandemieplan  veröffentlicht, der ständig an die sich verändernde Situation angepasst wird. Damals wurden auch ausreichend Medikamente eingelagert, die gegen das Grippevirus wirksam sind.

Konkrete Maßnahmen österreichischer Behörden seit dem Auftreten der Pandemie:

  • Regelmäßige internationale Abstimmung: WHO, ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Infektionskrankheiten), EU Mitgliedsstaaten.
  • Regelmäßige nationale Abstimmung in Krisenstäben und Gremien von Behörden und Expertinnen/Experten.
  • Aktivierung von Überwachungssystemen für Infektionskrankheiten.
  • Bereitstellung von Informationsmaterial, AGES Hotline.
  • Impfungen: Vorvertrag für die Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoff, Organisation der Impfungen (Seit 27.10.2009 für Gesundheitspersonal, seit 9.11.2009 für Risikogruppen).
  • Gesetzliche Maßnahmen: Verordnungen zur Bekämpfung der Pandemie (Flugreisende, Meldepflicht, Impflogistik).
 

Wie kann ich mich vor der Grippe schützen?

  • Waschen Sie regelmäßig mit Wasser und Seife die Hände, besonders nach einem Kontakt zu einer erkrankten Person oder nach Situationen, in denen Grippeviren auf die Hände gelangen können (z.B. Massentransportmittel – Berühren von Haltegriffen, die vorher von vielen anderen Personen berührt wurden).
  • Berühren Sie mit ungewaschenen Händen weder Augen, Nase noch Mund.
  • Bedecken Sie beim Niesen und Husten Mund und Nase, wenn Sie kein Taschentuch zur Hand haben, dann mit dem Ärmel.
  • Das Taschentuch anschließend entsorgen.
  • Vermeiden Sie den Kontakt zu an Grippe erkrankten Personen; das gilt besonders für Personen, die wegen einer Schwangerschaft oder durch Grundkrankheiten die mit einer Immunschwäche verbunden sind, eher mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen rechnen müssen.
  • Die beste Prävention ist jedenfalls die Impfung, die seit  9.11.2009  zur Verfügung steht.
 
 

Was tun, wenn ich Grippesymptome an mir feststelle?

  • Bleiben Sie zu Hause, gehen Sie nicht zur Arbeit, zur Schule, zu Veranstaltungen
  • Suchen Sie ärztliche Hilfe und kündigen Sie sich unbedingt telefonisch an!
  • Meiden Sie auf der Fahrt zur Ärztin/zum Arzt öffentliche Verkehrsmittel.
  • Halten Sie mindestens einen Meter Abstand zu anderen Personen.
  • Verzichten Sie auf Küsschen, Umarmungen und Händeschütteln zur Begrüßung.
 

Wie ist die derzeitige Situation in Österreich? (Stand 04.03.2010)

Seit Beginn der Meldepflicht sind in Österreich bis Anfang November 2009 etwa 1.200 Fälle von Neuer Grippe aufgetreten, zuletzt 200 Neuerkrankungen pro Tag. Die Meldepflicht wurde daher ab der KW 46 2009 auf laborbestätigte stationär aufgenommene Erkrankungsfälle und Todesfälle eingeschränkt. Darüber hinaus wurde das sogenannte Sentinella-System für die Neue Grippe aktiviert, ein Überwachungssystem, in dem einzelne Ärztinnen und Ärzte regelmäßig neu aufgetretene und laborbestätigte Grippefälle an die Behörden melden, sodass die Erkrankungszahlen dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet werden können. Im Grippeüberwachungssystems der Gemeinde Wien und dem der Stadt Graz ist jetzt ein starker Rückgang der Erkrankungen zu erkennen.
 

Wie ist die derzeitige Situation in Europa? (Stand 26.02.2010)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berichten wöchentlich über die aktuelle Situation in Europa und weltweit. In ganz Europa scheint die Grippewelle im Abklingen zu sein, es wird aus keinem Land mehr hohe Aktivität gemeldet.

 

 

Hilft es, antivirale Medikamente (Tamiflu, Relenza...) einzunehmen?

Eine Behandlung mit Arzneimitteln aus der Gruppe der Neuraminidasehemmer ist möglich. Daneben können im Bedarfsfall zusätzliche Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. Die Entscheidung, welche Medikamente  verwendet werden können, trifft die behandelnde Ärztin/der behandelnden  Arzt gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten.
 

Darf ich die Grippemedikamente bei Auslandsreisen auf Vorrat mitnehmen?

Die Medikamenteneinfuhr ist nach Rechtslage des Einfuhrlandes zu bewerten. Innerhalb der EWR/EU ist sie zum üblichen persönlichen Bedarf erlaubt (= 3 Packungen). Für BürgerInnen anderer Staaten, die sich gegenwärtig in Österreich aufhalten ist das Nachsenden per Post erlaubt (max. 3 Packungen).
Für Staaten außerhalb der EU ist die Rechtslage des Einfuhrlandes in den jeweiligen Botschaften zu erfragen.
 

Sollen Mundschutzmasken verwendet werden?

Eine Verwendung der Masken wird derzeit für Österreich nicht generell empfohlen.
 

Ist eine Infektion durch den Konsum von Schweinefleisch möglich?

Dass sich Menschen in Österreich durch den Konsum von Schweinfleisch mit der Schweinegrippe anstecken, ist äußerst unwahrscheinlich. Informationen über die Einfuhr von lebenden Schweinen und Schweinfleisch in die EU bietet die Veterinärbehördliche Einfuhrverordnung 2008.
 

Infohotline

Für spezielle Fragen der Bevölkerung bezüglich "Neues Grippevirus" wurde vom Gesundheitsministerium bei der AGES eine Hotline (050 555 555) eingerichtet. Diese ist von Montag bis Freitag von 8-17 Uhr erreichbar.
 
 

Letzte Aktualisierung am: 10.03.2010
 
 
 
 
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